Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 23. Band.1910
Seite: 318
(PDF, 168 MB)
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ALOIS KOLB

ALOIS KOLB

BILDNIS (RADIERUNG)

tenderes und Größeres von ähnlicher Art auf
der Leinwand oder dem Mauerkalk zu sagen
wüßten.

Der Künstler, dessen neueste graphische
Arbeiten (neben einigen älteren) hier reproduziert
werden, Alois kolb-Leipzig, ist — oder
vielmehr war — ein ganz besonders augenfälliges
Beispiel eines solchen Radierers malgre
soi, wie ihn Georg Fuchs in einem Aufsatz
in der „Dekorativen Kunst" (9. Jahrgang, 1905,
Heft 1) einmal genannt hat. Ja: seine früheren,
meist in Riesenformaten ausgeführten Radierungen
(das Wort Radierung im allerweitesten
Sinne verstanden) sind wohl zum größeren Teil
auf eine graphische Form und Formel gebrachte
Tafel- und Wandgemälde. Und es mochte
wohl beides, die Scheu vor dem Ideenbild in
der wildesten Zeit der absoluten Kunst und
das Fehlen von Auftraggebern für große, dekorative
Malereien, an dieser Reduzierung auf
Schwarz-Weiß die Schuld tragen. Trotzdem
hat Kolb auch damals schon den geborenen
Graphiker nie verleugnet, der aus tiefinnerstem
Müssen zur Nadel greift und sein Kupfer, dem
er so intime, zärtliche, wilde, schlimm-süße
Dinge wie einem Freunde oder einer Frau anvertraut
, ebenso liebt wie der Maler seine
Leinwand oder der Bildhauer den Ton oder
Stein. Und die Entwicklung Kolbs hat das
bestätigt. Zwar: man wird finden, daß die
alte, derbe, rustike Kraft und Wucht, die seine
Radierungen zu einer Spezialität ohnegleichen
gemacht hat, noch nicht von ihm gewichen ist.
Gottlob, muß man sagen. Denn sie ist ein
Teil seiner Natur, nein, mehr noch: seine
Natur selbst. Und verlöre er sie, er wäre
nicht mehr Kolb. (Nebenbei: man braucht
nicht zu fürchten, daß das jemals eintritt;

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