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HERMANN ANGERMEYER
Große Kunstausstellung Düsseldorf 1911
DER WEISSE HUND
DIE GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG DÜSSELDORF 1911
Von Hermann Board
Seit Düsseldorf sich des Besitzes eines eigenen
Ausstellungsgebäudes erfreut, ist die
diesjährige „Große" die fünfte vom „Verein
zur Veranstaltung von Kunstausstellungen"
arrangierte Kunstschau. Sie bedeutet — vorweg
gesagt —■ einen vollen Erfolg; Künstler
und Publikum, wie auch die Presse, ausgenommen
die von grundsätzlich abweichender
Stellungnahme, freuen sich ihres Gelingens.
Das Niveau ist ein erfreulich hohes. Natürlich
gibt es nicht lauter Meisterwerke zu sehen,
aber das, was die Besucher auf großen Bildermärkten
verärgert und vorzeitig erschlafft, das
Schlechte, fehlt ganz und das Mittelgut zeigt
in der vornehmen Aufmachung der Säle ein
durchaus anständiges Gepräge. Die Ausstellungsleitung
hat es sich angelegen sein lassen,
erreichbare Werke von Bedeutung, selbst wenn
sie anderswo schon gezeigt waren, zu gewinnen
und hat den heimischen Künstlern strenge Selbstkritik
ans Herz gelegt. Sorgfältige Sichtung
war Pflicht, umsomehr, als im städtischen Kunstpalast
mit einer zwar ausreichenden, aber, im
Gegensatz zu den Glaspalästen der größeren
Kunstzentren, doch nicht übertriebenen Ausdehnung
der Ausstellungssäle gerechnet werden
muß.
Allzu große Anforderungen an Ausdauer und
Aufnahmefähigkeit werden an die Besucher
nicht gestellt, es wird im Gegenteil infolge
der glücklich gewählten, festlich stimmenden
Ausstattung und der sorgfältigen Verteilung
Die Kunst für Alle XXVI. 24. 15. September 1911.
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