http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_23_1911/0634
DIE GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG DUSSELDORF 1911
sieht über die Beteiligung von München, Berlin
, Dresden, Karlsruhe, Stuttgart, Weimar,
Cassel, Königsberg und Wien erübrigt sich im
Rahmen dieses Berichtes, da das Bild sich mit
den Besprechungen der übrigen Jahresausstellungen
in dieser Zeitschrift decken würde. Es
sei nur erwähnt, daß die Auswahl der Kunstwerke
durch ansäßige Vertrauensleute vorgenommen
wurde und daß man einzelnen auswärtigen
Künstlern besondere Räume für Kollektiv
-Ausstellungen zur Verfügung gestellt hat.
Es sind dies Julius Bergmann, Artur Kampf,
Gustav Schönleber und Hans Unger. Auch
Max Liebermann hat eine stattliche Kollektion
geschickt, die in den Sälen der Berliner
Secession aufgestellt ist.
Düsseldorf tritt in den Gruppen Ausstellerverband
, 1899 er, Freie Vereinigung, 1904 er,
Niederrhein und Bildhauergruppe auf, die, abweichend
von früheren Gepflogenheiten, diesmal
jede für sich ausstellen. Daneben haben
aber auch, ebenso wie es bei den auswärtigen
Künstlern der Fall ist, die nicht Inkorporierten
in mehreren Sälen Ausstellungsgelegenheit
gefunden. Nur vereinzelt will es
scheinen, ist der Zusammenschluß der hiesigen
Gruppen innerlich nicht recht begründet
, im allgemeinen aber kann man der Dokumentierung
bestimmter künstlerischer Grundanschauungen
und einem durch gleichartige
Begabung diktierten Vorgehen die Berechtigung
nicht versagen. Lehrreich für die Beurteilung
der Düsseldorfer Kunst ist übrigens
ein gegenwärtig gebotener Vergleich mit ihrem
Stande vor zehn bis dreißig Jahren. Der
verstorbene Farbenfabrikant Kommerzienrat
Dr. Schoenfeld hat seiner Vaterstadt seine bedeutende
Sammlung Düsseldorfer Bilder vermacht
; sie wird zurzeit in der städtischen Kunsthalle
gezeigt. Schoenfelds Sammeleifer hat
sich durch mehrere Jahrzehnte hindurch bis
auf die heutige Zeit erstreckt; knüpft man an
den Bestand des Vermächtnisses die entsprechenden
Parallelen auf der diesjährigen Düssel-
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