Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 24. Band.1911
Seite: 7
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ARCH. HERMANN MUTH ESI US-BERLIN □ HAUS HERM. FREUDENBERG: ANSICHT VOM OBEREN GARTEN (OSTSEITE)

verwendet. Die mit Sprossen versehenen Fenster
sitzen durchweg bündig mit der Außenwand und
haben breite Umrahmungen. Eine auf diese
aufschablonierte rote Kante nimmt den weißen
Flächen die Härte und vermittelt den Ueber-
gang zu dem Rot des Backsteins. Alles am
Aeußeren des Hauses verwendete Metall für
Rinnen usw. ist Kupfer. Die übliche Verwendung
von Zink verstößt gegen die Regel, daß
alle für denselben Gegenstand verbrauchten
Materiale von ungefähr gleicher Lebensdauer
sein sollten. Zink ist aber im Vergleich zu
allen anderen Baustoffen außerordentlich kurzlebig
.

Auch das Haus Breul im Grunewald
bei Berlin ist ein Backsteinhaus. Es wurden
hier jedoch auf Wunsch des Bauherrn ganz
dunkle, braunrote holländische Steine verwendet
. Für die Fugung ist gelblicher Mörtel genommen
, weil weiße Fugen bei dem kleinen
Format der Steine die Gesamtfarbe zu sehr
aufgelichtet haben würden. Auch hier lag das
Bestreben vor, durch möglichst viel weißes
Holzwerkdas Düstere des Backsteins zu brechen.
Die Bestimmung, daß vorläufig nur ein Teil
der Fenster als Doppelfenster angelegt werden,
aber die spätere Anbringung von Doppelfenstern
vorbehalten werden sollte, führte dazu,

alle Leibungen mit einem Holzrahmen auszukleiden
, an dessen äußerer Kante das zweite Fenster
angebracht werden kann. Im Gegensatz zu dem
Hause Freudenberg wurde dem Hause Breul
ein mehr städtischer Charakter zu geben versucht
, auf den die nahe Lage zu Berlin und
die engere Bebauung der Kolonie Grunewald
hinweist. Die Fronten zeigen daher eine Pilaster-
aufteilung, die oben in ein weit ausladendes
Hauptgesims ausläuft. Die Unterglieder dieses
Hauptgesimses sind aus Backstein gemauert,
die Konsolen, die Platten und die Sima aus
Kupfer gebildet. An der Straßenfront sind
die Nebenlisenen, welche als Unterteilung
zwischen den Pilastern liegen, mit einem aus
dem Ziegelstein ausgemeißelten Muster versehen
, eine alte Technik, für die sich der
holländische Stein gut eignet. Diese bildhauerischen
Arbeiten leitete der Bildhauer
Walter Schmarje. Auch das Haus Breul
hat graue Pfannendeckung, die Giebelaufbauten
zeigen als Schmuck Fachwerk mit weißen Putzfeldern
. Zu diesem Schmuckmotiv wurde gegriffen
, um dem schweren Unterkörper eine
gewisse Leichtigkeit nach oben zu geben und
gleichzeitig eine kleine Erinnerung an das
Ländliche wach zu erhalten.

Für die Grundrißanordnung war die Lage des


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