Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 24. Band.1911
Seite: 148
(PDF, 166 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_24_1911/0190
nützliche Abteilung
richtswesen. Alles
ist, um es noch

wett. Die Schlafzimmer sind, mit Ausnahme des
ersten, dessen etwas verletzende Farbenharmonie
(grau, weiß, rot) vor dem Auge der Französin schwerlich
zu bestehen vermöchte, durchaus gelungen. Vielleicht
würde sich auch in dem „Herrenschlafzimmer"
ein junges Mädchen heimischer fühlen. Die Ausstellung
beschließt ein Sammlerkabinett und ein
Musiksaal. Doch vor dem Betreten dieser beiden
Räume, deren Konzeption den vornehmsten Ehrgeiz
ausdrückt, haben wir lange vor der Theaterausstellung
gestanden. Man findet hier Theatermodelle, Kostümentwürfe
, Marionetten und vieles andere, das eine
wahre Freude ist. Hier herrscht die Heiterkeit des
Künstlers und der verführerische Reiz seiner Arbeit,
die wie ein glücklicher Fund anmutet. Ich kann
diesen Künstlern versichern, daß sie bei uns für
ihre kühnen und originellen Erzeugnisse einen
Kundenkreis finden werden; aber sie werden sicherlich
auch viel Achtung, Sympathie, ja, ich glaube, selbst
Bewunderung finden für ihre Schaffensfreude, ihr
künstlerisches Selbstbewußtsein und den Glauben an
die Tugenden ihrer Rasse."

Comedia. Arsene Alexandre: „Die deutsche Ausstellung
ist ein bedeutendes Ereignis; sie wirkt auf
alle, die die Bewegungen in der deutschen Kunst verfolgt
haben, als unbedingte Neuheit und zeigt uns die
Fortschritte in unserer eigenen. Es gibt da reizende
Sachen in der Konzeption dieser Räume, aber auch
Schwerfälligkeiten — das Wort
muß raus — in ihrer Verwirklichung
, eine entzückende
Theaterausstellung und eine

für Unter-
Gebotene
einmal zu

sagen, von großem Interesse,
und wir zweifeln nicht an dem
Erfolg der Ausstellung."

L'Opinion: Gabriel Mourey:
„Durchwandern Sie, die Augen
von jeder Voreingenommenheit
befreit, die Ausstellung, prüfen
Sie mit Sorgfalt diese Möbel,
diese bedruckten Stoffe, diese
Webereien, diese Teppiche, Mosaike
, Porzellane, diese bearbeiteten
Metalle, diese Beleuchtungskörper
, die Kunstgegenstände
, und Sie werden entzückt
sein, zu beobachten, mit welcher
Ingeniosität, welcher Sorge
für Vollkommenheit, welchem
Verfeinerungssinn sie erdacht
und ausgeführt wurden. Ein zugleich
moderner und traditioneller
Geist im guten Sinn des Wortes
hat die Ausarbeitung dieser
Interieurs und ihrer Teile geleitet
. Man wird besonders empfänglich
sein für das seltene
Farbengefühl, das darin vorherrscht
. Das ist eine unbestreitbare
Ueberlegenheit dieser
Raumkünstler über die unsri-
gen. Sie haben als Koloristen
ganz köstliche Kühnheiten und
Zartheiten, und mit Recht legen
sie dem Bedeutung bei, was wir
als nebensächlich betrachten."

Le Mot d'ordre: „Zwei
Gründe haben meiner Ansicht
nach in Deutschland diese energische
Kraftleistung bestimmt.

Einmal das Einfamilienhaus, zweitens der Umstand,
daß die Deutschen keine lange Tradition hinter sich
haben. . . . Immer, wenn die Möbel wie in den
Räumen Niemeyer und Riemerschmid in die Wand
eingebaut sind, sind sie vollkommen."

La Presse: Edmond Epardand: „Es ist bemerkenswert
, daß die bayerischen Künstler alles, was zur
Dekoration von Innenräumen gehört, in eine Einheit
gebracht und jedem ihrer Räume ein Maximum
von Komfort und Annehmlichkeit gegeben
haben."

La Revue des Beaux Aris: J. Cardeville: „Der Erfolg
des diesjährigen Herbstsalons ist die bayerische
Abteilung. Die Münchner Künstler haben mit einem
wirklichen Geschmack vollständige Innenräume eingerichtet
, wenn auch ohne jene Erfindung und Grazie,
die das Vorrecht unserer Nation ist."

L'Action und Le Siede: Clement-Janin: „In diesem
Jahr gibt es im Herbstsalon ein dekoratives
Ensemble, welches den meisten Bedingungen entspricht
: das ist dasjenige der bayerischen Künstler.

Mit dem größten Respekt vor den Prinzipien,
mit einer seltenen Hintansetzung persönlicher Interessen
hat eine Gruppe von Innenarchitekten, die
eine respektable Truppe von Malern, Bildhauern,
Tischlern, Keramikern mit sich führen, eine Art
idealer Villa erbaut, welche sie ihrem Talent und
Geschmack gemäß geschmückt und möbliert haben...

ALBERT VON KELLER

TÄNZERIN

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