Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 24. Band.1911
Seite: 157
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FR. GILDEMEISTER-BREMEN

AUS EINEM LANDGUT IN ST. MAGNUS

ZWISCHEN STRASZENZAUN UND BAULINIE

Vorgartenstudien nennt Harry Maass eine
Sammlung von Aufsätzen, die er unter
diesem Titel als hübsch ausgestattetes Büchlein
*) hat erscheinen lassen, und deren Lektüre
wir schon im vorigen Heft vor allem auch
den vielen Hausbesitzern empfohlen haben,
die ihrer Vorgärten noch nie froh werden
konnten. Wie er gegen die immer schlimmer
werdende Vernachlässigung und Verwilderung
der Vorgärten auch mit praktischen Vorschlägen
zu Felde zieht, möge ein kurzer Auszug aus
dem Kapitel „Einteilung und Bepflanzung"
veranschaulichen:

„Viel sinnloses Vorgartengebilde entsteht tagtäglich
; es zu finden ist nicht schwer. Wir
brauchen nicht lange danach zu suchen, jede
Straße gibt uns dafür Beispiele, die eine Beschreibung
an dieser Stelle überflüssig machen.

Im Hausgarten setzt mächtig eine Reform
ein, im Vorgarten ist bis jetzt leider wenig
davon zu merken. Ueberall Gedankenlosigkeit,
Verflachtheit.

Was dem bildenden Gartenkünstler not tut,

*} Verlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt a. O. Preis M 3.50.

ist eine gründliche Durchbildung an unseren
heimatlichen, alten, zum Teil noch erhaltenen
Kleingärten. Die Reize und Schönheiten unserer
deutschen ländlichen Bauweise verstehen
und achten zu lernen, das Erlauschte und Erspähte
folgerichtig verwenden zu können, ist
mehr wert für unsere deutsche Gartenkultur,
als jenseits bei dem Engländer zu lernen, wie
er seine Gärten anlegt. In einem Teile allenfalls
mögen wir von ihm lernen: die Abgeschlossenheit
seiner Gärten und die unendliche
Fülle in der Verwendung von Blumen — zwei
für den Vorgarten wichtige Umstände.

Die Abgeschlossenheit gibt ihm architektonisches
Gefüge, Raum für die Unterordnung
alles anderen; die Verwendung vieler Blumen
aber macht ihn wohnenswert.--

Sobald es dem Bewohner erst einmal zum
Bewußtsein kommt, daß sein Vorgarten für
ihn bestimmt ist, sobald er sich daran gewöhnt
hat, ihn zu seinem Aufenthaltsort zu machen,
wird er auch bei der Einteilung möglichst
nach seinen Interessen und Bedürfnissen zu
handeln wissen.

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