Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 24. Band.1911
Seite: 221
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H. PRUTSCHER B LADENEINRICHTUNG FÜR DIE HOFBUCHHANDLUNG WILH. FRICK, HELLE EICHE MIT EINLAGEN

Ausführung: Wilhelm Fehlinger & Söhne Wien

DIE DÄNISCHE AUSSTELLUNG IN BERLIN

:n die Spitze der dänischen
Künstlerschar ist Thorvald
Bindesböll (*f 1908) zu stellen
. Man müßte seinen Namen,
läßt man die einzelnen Gebiete
der künstlerischen Arbeit
Revue passieren, überall nennen. Er begann
als Architekt. Von seinem tektonischen Empfinden
legen einige Möbel Zeugnis ab, Schränke
, deren rein konstruktiver, sachlicher Aufbau
noch heute Bewunderung abnötigt, die
aber ebenso wegen der zurückhaltenden Verwendung
des Schmuckes bemerkenswert sind.
Vor allem aber sind seine Keramiken erstaunlich
. Diese Wandteller und Krüge, die in
beinahe willkürlicher, aber doch nicht wahlloser
Verteilung schwarzen und bunten Fleckenschmuck
auf hellgelbem oder bräunlichem
Grunde zeigen, sind ersten Ranges. Sie sind

kühn und männlich, und man kann ihnen
kaum ähnliches an die Seite stellen. Diese
Note müßte weitergepflegt werden; malerische
Schönheit eint sich hier zweckgemäß mit den
Bedingungen des Materials. Diese für den
Laien vielleicht bedeutungslosen Flecken offenbaren
ein hochentwickeltes Raumgefühl in
Flächengliederung und sind wertvoller als alle
noch so diffizilen Naturnachbildungen, Landschaften
und Figuren, die wir auf Wandtellern
und Krügen zu sehen bekommen.
In ähnlicher Weise, eigen und reformatorisch,
war Bindesböll auf dem Gebiete der Stickerei,
der Metallarbeit, des Buchschmucks (hier sieht
man ähnliche Fleckenmuster, denen die Schrift
fein eingegliedert ist) tätig. Er war für die
dänische Kunst der große Anreger, weil er
neben dem Talent den markigen Charakter
hatte, der sich nicht beirren ließ. Es ist für

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