Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 74
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DER NEUBAU DER HAMBURGER KUNSTHALLE

schon um deswillen eine ganz besondere Hervorhebung
, weil sie zu einer Zeit einsetzte,
als die Heimat der Pariser Meister der Medaille
und Plakette für den besonderen Wert gerade
dieser Art des Sammeins noch kein Verständnis
besaß und damit erst dem von Hamburg
gegebenen Beispiel nachgefolgt ist.*)

An seine sammlerische reihte Lichtwark
und reiht er fortgesetzt noch eine umfangreiche
literarische, und in Form von öffentlichen
Vorträgen und der Gründung von,
die Kunst im eigenen Hause fördernden Vereinen
— eine emsige propagandistische Tätigkeit
. Unter den, an Umfang einer kleinen
Bibliothek gleichkommenden Buchveröffentlichungen
, die seiner Feder entflossen, als
eine so originelle wie interessante Neuform,
nehmen die Berichte über die im amtlichen Auftrage
gemachten Studien- und Besichtigungsreisen
eine besondere Stelle ein. Es sind
von diesen Reiseberichten, deren Hauptwert

*) Die im Besitz der Kunsihalle befindliche Plastik größeren
Stils beschränkt sich auf einige Porträtbüsten, Akte und Tierstücke.
Da staatlicherseits ein eigener Bau zur Aufstellung von Gips-Abgüssen
nach antiken Meisterwerken u. a. angekauft worden, ist auch
für die Folge keine Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß diese Kunstform
zu einer, den Gesamtcharakter des Instituts beeinflussenden
Bedeutung gelangen wird.

in der im unmittelbaren Anschluß an das noch
zuckende Leben erfolgten Niederschrift besteht
, heute schon fünfzehn Bände in Lexikagröße
erschienen, ohne daß das verfügbare
Material damit erschöpft wäre. Daß diese aus
der unmittelbaren Berührung von Leben und
Kunst erwachsenen Berichte sich von den sonst
üblichen protokollarischen Mitteilungen über
amtliche Reisen genau um das unterscheiden,
um was das Leben des Archivs von dem der
Straße verschieden ist, läßt es bedauern, daß
gerade diese Berichte nur für den Senat gedruckt
, und kaum in der Bibliothek der Kunsthalle
zur flüchtigen Einsichtnahme erhältlich
sind.

Lichtwark ist auch in seinem Wesen eine
richtige Kampfnatur. Um der Kunst, nämlich
der, von ihm allein als in der Gegenwart
existenzberechtigt anerkannten Kunst der Moderne
, die Erfüllung ihrer Frieden bringenden
Aufgabe zu ermöglichen, schreckt er vor
keinem Strauß zurück, der sich ihm im Verfolg
dieses Zieles bietet. Er steht sozusagen
immer in der Parade und zur Abwehr bereit.
Trotzdem wird selbst keiner seiner ehrlichen
Gegner anstehen, ihm eine stark produktive


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