Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 142
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_25_1912/0174
WIE ZEITGENOSSEN ÜBER INGRES URTEILTEN

Wir mißbrauchen das Wort ,,Meister" oder vielmehr
wir verstehen seine eigentliche Bedeutung nicht
mehr, und nennen Diener Meister. Ein guter Diener
der Kunst zu sein, ist auch etwas, und nicht jeder
kann der Sklave der Natur und der alten Meister sein.
Ingres gehört zu ihnen. Er wird beherrscht von allem,
was er nachschreibt. Als unbestechlicher Diener gibt
er alles wieder, was ihm die Ueberlieferung leiht; als
Intendant der Meister der Vergangenheit hat er ihr
Gedächtnis und ihre Asche treu bewahrt. Sein Platz
ist in jener großen Tradition der italienischen Kunst,
wie der Platz der treuen Diener im Mittelalter zu

Füßen ihrer Herren. Thomas Couture

*

\\X*Diese Schule Ingres' hat einen sehr sonderbaren
Fehler: sie möchte aus der Malerei ein Anhängsel
der Altertumswissenschaft machen. Die Leute prunken

Wir entnehmen die obigen in ihrem Widerspruch sehr amüsanten
Aeußerungen dem bei E A. Seemann in Leipzig erschienenen
Buche „Künstlerworte", gesammelt von Karl Eugen Schmidt.

mit ihrem archäologischen Wissen, aber sie malen

keine Bilder. Deiacroix

*

Wenn ich an den Kerl (Ingres) denke, wenn ich

an der Arbeit bin, schlage ich sogleich zusammen,

was ich gemacht habe. Preau.lt

*

Aufgeblasenheit und Ungeschick, mit einer gewissen
Anmut der Einzelheiten, die nicht ohne Reiz
sind, trotz oder wegen ihrer Geziertheit, das scheint
mir ungefähr das zu sein, was von Ingres für unsere
Neffen übrigbleiben wird. Deiacroix

*

Bei diesen Franzosen sind doch auch tüchtige
Kerle. Der Ingres und der Flandrin, allen Respekt!

Cornelius

*

Ingres ist ganz unverständlich. Ein Bild von ihm,
Roger und Angelika, steht an entzückender Vollkommenheit
über allem, was ich je gesehen habe, und

142


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_25_1912/0174