http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_25_1912/0177
ein interessantes Austernstilleben von Lovis Co-
rinth wären noch aufzuzählen. Keller & Reiner ehrt
das Andenken Charles Palmins durch eine Gedächtnisausstellung
, die ein recht gutes und umfassendes
Bild seiner Tätigkeit vermittelt. So hübsch
auch manche der Arbeiten sind, so fein die Luft- und
Nebelstimmungen in ihnen zum Ausdruck gebracht
werden, wirkt doch das ständige Wiederholen dieser
zarten, dunstigen Atmosphäre ermüdend. Man empfindet
allmählich als Manier und Berechnung, was
man lieber als das Ergebnis eines starken inneren
Zwanges ansehen möchte. Einige Winterbilder
vonj. a. G. acke-Stockholm sind zäh und dickflüssig
gemalt; die kolorierten Zeichnungen von Henri
de Ner£e de Babberich, einem Holländer, geben
sich als ziemlich witzlose Stilkonglomerate von altflämischen
und japanischen Motiven, gesehen durch
die Brille Beardsleys. Die Büsten des bildhauern-
den Kammersängers Herold in Kopenhagen zeugen
von Talent und hübscher Beobachtung, vermögen
aber nicht tiefer zu interessieren. In Schuttes
Kunstsalon dominiert Läszlö mit einer Anzahl
seiner gänzlich konventionellen Porträts, daneben
zeigt VoGELER-Worpswede ängstlich gemalte Märchenbilder
und ein recht mißlungenes, buntes
Dekorationsstück, das die Jagd behandelt. Wilhelm
Gallhof, der zurzeit in Paris arbeitet, wo sich
hoffentlich seine Weiterentwicklung in günstigem
Sinne vollziehen wird, sandte koloristisch geschmackvolle
Stilleben, denen aber noch eine gewisse Befangenheitanhaftet
, CharlesVetter bringttrockene
Münchener Ansichten, Heinrich Zschille u. a.
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