Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 159
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KARL STAUFFER-BERN

K.STAUFFER EVA DOHM (RADIERUNG)

Mit Genehmigung der Kunstverlagshandlung Amsler & Ruthardt, Berlin W. 8

hatte, daß sie tatsächlich ein gefügiges Werkzeug
in seiner Hand war, das währte lange Zeit. Manchmal
packte den Künstler, nach seiner eigenen
Aufzeichnung, „ein unendlicher Kater", aber es
ist wiederum der schweizerische Grundzug seines
Wesens, das harte, herbe, ausdauernde
Durchhalten, der ihn über Schwierigkeiten siegen
ließ. Schon Opus 8, das geistvolle, lebhafte,
feingeschnittene Dreiviertelprofil seiner Schwester
Sophie, kann als vollendet angesehen
werden: der Lehrling ist über Nacht zum
Meister geworden. Es folgen nun, neben weniger
wichtigen Blättern, an bedeutungsvollen
Porträtradierungen: Eva Dohm (zwei Versionen
), Peter Halm (von dem ersten graphischen
Versuch abgesehen, zwei Versionen:
Dreiviertelprofil nach rechts und scharfes,
schnittiges Profil nach links), Adolf Menzel,

Kaiser Wilhelm I., der Radierer Kühn, die
Mutter (die Perle der Staufferschen Radierungen
), Conrad Ferdinand Meyer, Gustav
Freytag (besonders schön ist das Blatt, das
Freytag in seinem Sieblebener Garten promenierend
zeigt), Gottfried Keller und — als
eine der letzten Arbeiten — Lydia Escher-
Welti, die Frau, an der Stauffer zerbrach. Zu
den Porträtradierungen und -Stichen gesellen
sich im Ganzen drei Akte: Der stehende weibliche
Akt, das Werk zweier Stunden, ein Torso
von prachtvollster Darstellungskraft, ferner der
unfertige liegende männliche Akt, der an
Holbeins Basler Christus im Grab gemahnt,
und — ein köstliches Blatt! — der liegende
weibliche Akt. Ergreift der männliche Akt
durch seinen heiligen Ernst, so ist dieser
weibliche Akt sein neckisches Gegenstück:

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