Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 194
(PDF, 174 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_25_1912/0232
DAS BISMARCK-NATIONALDENKMAL AM RHEIN

.-Ufa?"

bismarckdenkmal-wettbewerb. der zur ausfuhrung bestimmte entwurf
von w. kreis und h. lederer

&

o

bar sein müsse, beschlossen sei, gerade auf den entgegengesetzten
Standpunkt, nämlich auf den der
Betonung der Vertikale. So tief grundsätzlich das
hier gegebene Beispiel, die Entscheidung einer
Jury, in der eine Reihe der angesehensten deutschen
Künstler und Kunstgelehrten saßen, umzustoßen,
zu beklagen ist, so konnte bei der prinzipiellen Verschiedenheit
des Standpunktes ein anderes Resultat
, als es sich jetzt
zeigt, doch kaum erwartet
werden.

Das Projekt von W.
Kreis hatte bereits gelegentlich
der Ausstellung
in Düsseldorf die
allgemeine Aufmerksamkeit
auf sich gelenkt
durch die Einfachheit
und Klarheit der Anlage
sowohl wie durch
die heroische Wucht der
Silhouette. Wenn es damals
ohne Preis aus der
engeren Wahl hervorging
, so lag der im
Protokoll ausdrücklich
betonte Grund in den
übermäßigen Dimensionen
und in der dadurch
bedingten Ueberschrei-
tung des Kostenanschlages
. Tatsächlich würde
die ursprünglich fünfzig
Meter hoch gedachte gewaltige
Kuppelhalle die
freundliche Landschaft
erdrückt und die unglückselige
Germaniaauf bismarckdenkmal -
demgegenüberliegenden wurf von kreis u

Berghange vollends tot gemacht haben. Die Gediegenheit
der architektonischen Arbeit und der
große einheitliche Zug bei Kreis ist wohl nie von
unparteiisch Urteilenden verkannt worden. So hat
sich denn der Künstler bei der zweiten Konkurrenz
wohlweislich darauf beschränkt, die Masse um ein
Drittel zu verkleinern, ohne sonst etwas an der
Komposition des äußeren Aufbaus zu ändern.

Der immer noch gewaltige
Idealbau in seiner
durch acht mächtige
Pfeiler gegliederten, geschlossenen
Rundform
hat nicht nur eine außerordentlich
günstige Massenwirkung
, sondern fügt
sich auch, eben durch
seine flache Kuppelkrönung
, einwandsfrei in das
Landschaftsbild, für dessen
Ausdruck er nicht
nur mitbestimmend ist,
sondern eine Steigerung
bedeutet. Der Künstler
erreicht diesen Effekt
nicht in letzter Linie
durch die im zweiten Entwurf
wesentlich geänderte
Terrasse. Die nach
einem kurzen Steilanstieg
von dem Felsgrunde
aus sich lang
dehnende Horizontale
der Plattform, welche
weiter rückwärts eine
im Niveau etwas erhöhte
Fortsetzung in den Baumreihen
findet, die den
Festplatz einschließen,

wettbewerb. ent-
lederer. inneres

194


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_25_1912/0232