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I DIE XXIII. AUSSTELLUNG DER BERLINER SECESSION „ZEICHNENDE KÜNSTE"
Positionen von großer Schönheit, besonders
da, wo Corinth Gelegenheit hatte, in die unverhüllten
Körper zu voller Reife erblühter
Frauen die ganze Kraft und Sinnlichkeit seines
Rot, Blau, Gelb und Grün vereinigt sich zu
reizvollen, satten Akkorden. — Wie man sich
auch im einzelnen zu der Ausstattung eines
Buches mit Originallithographien stellen mag:
JULIUS SCHNORR VON CAROLSFELD f
ZEICHNUNG
Temperamentes hineinzulegen. Merkwürdig
fallen dagegen die bewegten Szenen ab, so
die Tiergruppen und ein Mädchenreigen, dem
etwas von Lahmheit und Starre innewohnt.
Auch farbig sind die Lithographien sehr interessant
: Corinth hat nur einige wenige, starke
und ungebrochene Töne gewählt, ein klares
in SIevogts „Lederstrumpf" und Corinths
„Hohem Lied" wird man in Deutschland später
die Wiederbelebung einer reichen und ausdrucksfähigen
Kunst, die die Lithographie ist,
zu schätzen wissen. Es ist zu hoffen, daß
auch fernerhin Corinth häufig zur lithographischen
Kreide greift; die übrigen von ihm
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