Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 348
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J ALBERT BESNARD

A. BESNARD

Wandmalerei der Hospitals-Kapelle zu Berck

DER TOD

gemildert und untereinander mit erstaunlicher
Geschicklichkeit verbunden. Die leichte Verve
seines Pinselstriches, die dem Publikum so
sehr gefällt, ist der Ausdruck seines eigenen
Wesens; sie gibt seinen Bildern einen persönlichen
Charme und einen echt pariserischen
Charakter. In dem spanischen Tanz, in den
sich neckenden Ponys erscheint seine innere
Natur am ungebundensten, am wenigsten abgedämpft
. Während er in seinen späteren
Bildern den Hauptakzent auf die Erfüllung
einer geschmeidigen Geste legt, und herben
Ernst zu lächelnder Liebenswürdigkeit mildert,
waltet sein Temperament in seinen Radierungen
, in dem Ueberfall, in dem Zyklus »Elle«
ungedämmt, wagt er natürliche Herbheiten
unabgeschliffen stehen zu lassen. Zuweilen
erinnern noch Zeichnungen aus neuerer Zeit

an diese glückliche Periode seiner Künstlerbahn
, die in den Wandmalereien der Hospitalskapelle
von Berck sich ihr reinstes Denkmal
schuf. Der Freskenzyklus dieses still gelegenen
Kinderspitals an der normannischen
Küste überragt die naturalistische Laune eines
illustrativen Charakters; er ist die künstlerische
Befreiung einer inneren Beunruhigung und
als solcher ein wertvolles Werk der Sakralmalerei
unserer Zeit. Eine leichtmütige, lateinische
Eleganz liegt wohl auch über diesen
Malereien; aber Linien und Farben werden
hier durch eine mächtige Empfindung zusammengehalten
, in der sich ebenso sehr ein
innerlich bewegtes Weltgefühl als auch ein
Wille zu neuer Formprägung äußert. Am
bündigsten ist ein starker Affekt in den beiden
Gemälden „Die Hoffnung" und „Das Unglück"

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