Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 550
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1 DIE GALERIE MARCZELL v. NEMES IN DER KUNSTHALLE ZU DÜSSELDORF

gaetano previati

X. Internationale Kunstausstellung Venedig 1912

notturno

wollte, in dem aber die Tendenz dazu stark
genug war, um solchen Anschein zu erwecken,
wirkt die entschlossene Abkehr von dieser
Richtung doppelt als eine mutige und befreiende
Tat. Nichts Heilsameres kann der deutschen
und aller Kunst in diesem Augenblick zuteil
werden als dieses in seiner unerbittlichen
Konsequenz erschütternde Memento; diese
Mahnung an das herrliche Vorrecht, das Albrecht
Dürer für den Künstler in Anspruch
genommen hat: aus sich heraus eine Welt zu
schaffen, die außer ihm nicht existiert.

Und in diesem Sinn können auch diejenigen den
tapfern blauen Reiter auf seinem dornenvollen
Pfade mit ehrlichem Handschlage grüßen, denen
das einzelne, was er bringt, auch nach ehrlichem
Mühen fremdartig und greulich vorkommt.

GEDANKEN ÜBER KUNST

Unter den Stoffen, die ein Künstler behandelt, ist
jener der beste, den er am besten behandelt. Otto Weiß

«

Die Lust zu kritisieren und Kritiken zu hören,
hat in unserer Zeit die unmittelbare Freude an allen
großen Erscheinungen der Kunst in den Herzen von
Millionen zerstört. Lichtwark

DIE GALERIE MARCZELL v. NEMES IN DER
STÄDTISCHEN KUNSTHALLE ZU DÜSSELDORF
Am 10. Juli wurde in der Städtischen Kunsthalle
zu Düsseldorf in feierlicher Weise und im Beisein
der Spitzen der Behörden sowie zahlreicher
heimischer und fremder Künstler, Kunstfreunde und
Museumsdirektoren die Ausstellung der Galerie
Marczell v. Nemes eröffnet, die ihr Besitzer der
rheinischen Kunststadt mit seltener Liberalität auf
ein halbes Jahr als Leihgabe überlassen hat.

Diese hervorragende Kollektion von erstklassigen
Werken alter und neuer Kunst, von der ein kleiner
Teil im vorigen Jahre im spanischen Saale der Alten
Pinakothek zu München zur Schau gebracht wurde,
nimmt unter den bedeutenden Privatsammlungen
durch das Prinzip ihrer Entstehung eine ausgesprochene
Sonderstellung ein. Das Ziel ging nicht
dahin, möglichst chronologische Vollständigkeit zu
erreichen und alle Namen von Klang mit mehr
oder weniger — meist weniger — ansehnlichen und
repräsentativen Werken in der Sammlung vertreten
zu sehen. Marczell v. Nemes weiß sich frei von
der „rage du nombre", und als Mann von feinst
geschultem ästhetischem Empfinden hat er stets bei
seinen Ankäufen der Qualität vor der Quantität den
Vorzug gegeben. So fehlen bei ihm denn alle jene
Füllstücke von zweifelhaftem Wert, die eine Galerie
umfangreicher, aber für den Kenner nicht eben an-

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