Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 558
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I DIE MÜNCHENER JAHRESAUSSTELLUNG IM GLASPALAST 1912

merkbar zu machen beginnt, könnte sehr
viel geschehen; weit mehr, wie die Seces-
sionen, wären Ausstellungen, wie die des
Glaspalastes geeignet, einen neutraleren Boden
für die Einführung und Bewertung der
neuen Bestrebungen abzugeben, die man unter
dem Sammelnamen Expressionismus zusammengefaßt
hat, da sie nie in gleichem Sinne
auf den Impressionismus eingeschworen waren
wie jene und sich so nicht so sehr ins
eigene Fleisch zu schneiden hätten.

Kürze auf jene Werke zu verweisen, deren
Besichtigung ich persönlich dem Leser empfehlen
kann. Ich nenne in erster Linie eine mit
viel Versenkung behandelte, exzellent gezeichnete
und modellierte Bildnisstudie des Regenten,
und mache auf das Porträt der Frau von K.
aufmerksam, das mir in seiner ganzen Haltung
, dem distinguierten, an englische Bildnisse
gemahnenden Klang des Kolorits als
überaus typisch erscheint für das künstlerische
Glaubensbekenntnis dieses mondänen Malers.

FRANZ SIMM

DIE GRATULANTEN

Glaspalast-Aasstellung München 1912

Auch heuer wieder stellt die Künstlergenossenschaft
, der durch Tradition die Organisation
der Jahresausstellungen obliegt, dem
Heer ihrer Einzelvorführungen eine kleinere
Anzahl Kollektionen voran; zwei davon gelten
lebenden Künstlern, vier weitere sind dem
Andenken von prominenten, seit der letzten
Revue verstorbenen Mitgliedern geweiht.

Ueber die Sammelausstellung von Werken
Fr. A. von Kaulbachs kann ich mich kurz
fassen, es soll an dieser Stelle noch detailliert
darauf zurückgekommen werden und so
erübrigt es sich für mich hier nur, in

Von den Kinderporträts — auf welchem Spezialgebiet
dem Künstler ganz die gleiche Popularität
zukommt, denn als Frauenmaler —■ finde
ich das in Tempera gemalte sehr gut; einige
kompositionelle Skizzen, darunter solche für
Wanddekorationen tun Kaulbachs ausgezeichnetes
Einfühlungsvermögen in ältere Kunst dar.
Ganz glänzend ist in letzterem Betracht namentlich
der „Amor mit Tagebuch"; eine andere
Skizze wieder bekennt sich zu einer fast
impressionistischen Auffassung des Motives.

Mit großem Dank quittiert man die Vorführung
eines Teiles des ceuvre Martin

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