Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 565
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1 DIE MÜNCHENER JAHRESAUSSTELLUNG IM GLASPALAST 1912

) dieser Gruppe diesmal Arbeiten von
) H. Halliday und W. Kreling auf,
) besonders des letzteren „Männer-
) köpf" ist eine Leistung voll künstle-
| rischen Gehaltes und mit maleri-
( schem Nerv aus dem dunklen Fond
l herausmodelliert. Auch ein kleiner

Studienkopf von B. Wegmann ist

vital aufgesetzt und eindringlich in
J der Wirkung. Landschaften gibt
) es eine ganze Reihe guter: Al-
) bitz geht in der „Laubenkolonie
J im Schnee" (Abb. S. 566) in erster
l Linie von der farbigen Erscheinung
l aus, Bolgianos „Kapelle im Isar-
j tal" ist von schönem Stimmungs-
| wert, desgleichen Gamperts „Am

Weiher", Grimanis „Kanal in
J Chioggia" hat köstliche Töne, HÄ-
) nel, der eine weidende Kuhherde
' und eine Ziegenhirtin (Abb. S. 564)

zeigt, ist straff in der Struktur und

von wohlabgewogenem Ausschnitt,

ebenso erzielt der Berliner Hänsch
I trotz einer etwas trockenen Sach-
[ lichkeit doch durchaus gediegene

künstlerische Werte. Hartwig
\ überrascht heuer durch eine Land-
[ schaft großen Formates, die Leinwand
ist aber gut bewältigt und das

Bild in dem zarten Nebelhauch,

der über dem Ammerseeufer liegt,

voll Poesie. Kreyssig ist stellen-
i weise noch immer arg zähflüssig
| im Farbauftrag, aber seine Motive
I gewinnen mehr und mehr an Klang
I und Abrundung, auch lernt man an ihm immer
| besser Temperament, Energie und Ernst schätzen
, die hinter allem stecken, was er malt.

Noch sind Willroider (Abb. S. 562), Leu-

I TERITZ, SlTZLER, O. MlLLER , ullmann,

Wuttke und Zeising besonders hervorzuheben
, die alle auf irgend eine Weise Wert-

\ volles zu bieten haben und über den Rest

I der Mitstrebenden emporragen. Von Land-

) schaftern, deren Art den Besuchern und
Interessenten der Jahresausstellungen schon
vertrauter, ist H. v. Petersen in diesem Jahr
ebenso wacker zur Stelle wie immer, ja, er

I erweitert sogar sein Stoffgebiet und setzt

| einen „Norwegischen Fjord" vor, voll Einheitlichkeit
in der düsteren Stimmung, und eine

I „Abendruhe", in der er, der Spezialist des

| Wassers, sich auch einmal in der Wiedergabe

' festen Landes und eines bei ihm ungewöhn-

( liehen Lichtproblemes versucht. Schönchens

GEORG SCHlLDKNECHT'QßAUERNFRAU AUS SCHONDORF
Glaspalast-Ausstellung München 1912

künstlerische Domäne sind ebenfalls See und
Hafenlandschaft: keiner gibt so gut die Stimmung
eines regnerisch trüben Tages auf dem
Meere wieder, wie er (Abb. S. 578). In Alpenlandschaften
exzellieren die beiden Comptons,
Vater und Sohn. Strützel ist beachtenswert in
der „Nordischen Landschaft" und den „Birken"
(Abb. S. 559), Canal kommt am vorteilhaftesten
in dem „Niederländischen Gehöft" (Abb. geg.
S.572), Cairati am stimmungsvollsten in dem
Bild vom Wöhrsee (Abb. S. 575) zur Geltung,
und von Hirth du FRENEsist ein älteres Stück,
„In der Laube" da, dessem Ankauf durch den
Staat man durchaus zustimmen kann. Was die
Gattungen außerhalb Bildnis, Figurenstück und
Landschaft anlangt, so sind in allen einige namhafte
Vertreter zu finden: als Tiermaler tun
sich Grassel und Köster hervor, im Stilleben
Drumeaux, Ehrhardt, Herrmann-
Allgäu und die Weger; Kreling brilliert

Die Kunst für Alle XXVIT.

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