Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 25. Band.1912
Seite: 572
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| DIE MÜNCHENER JAHRES AUSSTELLUNG IM GLASPALAST 1912

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„Familienbild" hat man den Meister mit all
seiner Unmittelbarkeit, Stärke, Naivität und
auch den Schwächen vor sich, die zu seinem
Gesamtbild gehören; sie stammen aus dem
Jahre 1887 und zierten ehemals die Wände
eines Restaurants. Wenn auch die beiden
Werke im Grunde einen etwas zu illustrativen
Charakter besitzen, um dem Wesen des Monumentalbildes
völlig zu entsprechen, so läßt
die Art, wie die Figuren in einfach-klarem
Kontur umrissen und wie die Farbe behandelt
ist, doch eine ähnliche, wie von einem Wandbild
zu fordernde Wirkung eintreten. An guten
Leistungen notiert man in diesem Part der Revue
noch Arbeiten von Hellwag, Haueisen,
Firnrohr und Fehr, Kath (Abb. S. 568) und
Ritter (Abb. S. 572).

Im Verein Berliner Künstler ist diesmal nicht
allzuviel los. Eichhorst tut sich, wie schon

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CASPAR RITTER

AM FRÜHEN MORGEN

Glaspalast-Ausstellung München 1912

im vergangenen Jahr, auch heuer hervor. Dieser
junge Künstler hat eine ,,Schwälmer Spinnstube
" gemalt, deren schon reifes Können den
allergrößten Respekt abnötigt. Kallmorgens
„Auf der Weide" zeichnet sich durch große
Ruhe aus, eine Kreuztragung von Pfannschmidt
kommt zwar in Hinsicht auf Erfindung
und künstlerischer Anschauung nicht gerade
aus erster Hand, hat aber malerische Schönheiten
in sich und ist gut in der Gruppierung.

Was Düsseldorf zu bieten hat, überwältigt
im einzelnen zwar keineswegs, doch spürt man
gegenüber der Stagnation in den letzten zwei
Dezennien das Erwachen eines zeitgemäßeren
Allgemeinempfindens. Hambuchen und Kummerfeld
sind Pioniere des Neuen und treten
mit Landschaften auf, auf deren künstlerische
Fassung die Einwirkung moderner Franzosen
nicht ohne Belang war. Die beste Landschaft
in dieser Abteilung ist vielleicht
ein „Herbstabend an der Erft" von
JuTzjun.; auch Mühligs Arbeiten
heben sich heraus, schöne Eindrucksmalereien
, trotz der spitz-
pinseligen Mache. An Bildnissen
fallen Werke von Vogts, Petersen,
Reusing und Schönnenbeck auf.

Ueber die Hamburgisch-Schles-
ivig-Holsteinischen Künstler und die
Vereinigten Württemberger ist im
einzelnen nichts zu vermerken; an
braven und tüchtigen Erzeugnissen
findet sich wohl einiges vor, aber
es fehlen die Persönlichkeiten, deren
Schöpfungen uns beim Vorübergehen
ein energisches Halt zurufen
. Auch die Schotten wirken
längst nicht mehr sensationierend.

Ueber die graphischen Abteilangen
und die verwandter Gebiete
würde es sich wohl verlohnen, sich
des weiteren zu verbreiten, aber
es bleibt einem nur die Wahl entweder
gründlich auszuholen, oder
auf eine Wertung völlig zu verzichten
, und so schreibe ich hier
nur ein paar Namen auf, um wenigstens
einen Fingerzeig zu geben,
wer die größten Schätze giebt: A.
Welti, Wolfsfeld (Abb. S. 573),
Vogeler, P. Halm.

Von der Plastik seien das Modell
zu Hildebrands Bremer Bismarckdenkmal
und der hübsche
Tänzerinnenbrunnen von W. Schott
(Abb. S. 563) erwähnt.

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