Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 77
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_26_1912/0103
josef wackerle

wird man an die Anschauung des 18. Jahrhunderts
erinnert, die nach den dunklen,
ernsten Stimmungen der Renaissance die Heiterkeit
heller Farben aufnahm und hundertfach
variierte.

Nicht zuletzt trägt der Garten des Hauses
dazu bei, diese Stimmung zu steigern. Er ist
ein Meisterwerk Max Läugers. Alle Erfahrungen
der guten alten Gartenkunst scheinen
verwertet und zu neuem Leben erweckt. Eine
Ulmenallee führt auf das Haus zu. Rhododendren
begleiten den Weg in zarten Farbentönen.
Hinter der Mauer liegt abgetrennt der Nutzgarten
. Zur Seite
des Hauses sind
kleine, intime Gärten
angelegt. Aus
dem Mauerwerk
wachsen allerlei
Moosgewächse und

Schlingpflanzen.
Hier kann man in
stiller Beschaulichkeit
botanische
Neigungen befriedigen
. Vor der Südfront
des Hauses
dehnt sich dann die
weite Rasenfläche
aus, die durch den
hohen, natürlichen
Baumbestand einen
räumlich überauswirksamen
Abschluß
gefunden
hat. Ueberall ist

geschnitzte füllungen

die Natur von künstlerischen Elementen durchdrungen
.

Aus einem kleinen Walde mit weichem Moosboden
läßt sich die Lage des Hauses in der Umgebung
, die Steigerung des Architektonischen
durch die künstlerisch veredelte Natur wirksam
übersehen. Den weiten Rasen umfassen
schattige Lindenalleen, die in der Art der Linden
des Brühler Parkes und der Alleen in kleinen
Rheinstädten kastenförmig beschnitten werden.
Buchenhecken bilden den Abschluß wie bei den
Schlössern von Schönbrunn und Schleißheim.
Im Rosengarten wachsen Pyramiden von Rosen.

Taxus, Buxe, Lorbeer
und Blumen
steigen die Terrasse
empor, drängen
sich zwischen
die Säulen der Halle
, grüßen herab
von Fenstern und
Baikonen. Breite
Wasserbecken lagern
sich vor dem
Hause, Spiegel seiner
Schönheit. Wie
in arabischen Gärten
plätschern die
Brunnen, aus alten
Mischkrügen
rinnt das Wasser.
Efeu rankt empor
— das Ganze ein
Traum von südlicher
Pracht.

Dr. Max Creutz

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