Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 149
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KÄTE KRUSE-
CHARLOTTENBURG
□ WASCHBARE
STOFFPUPPEN
AUS DEN VEREINIGTEN
WERKSTÄTTEN
FÜR
KUNST IM HANDWERK
A.-G.,
MÜNCHEN

I

Anhieb; es muß versucht werden können, und
diese Möglichkeit muß in der Preisfestsetzung
vorgesehen sein. Daran denken aber die Auftraggeber
heute selten, es steckt ihnen immer
noch vom Industriestil her die Wertlosigkeit
des Ornamentenkrams im Kopfe. Sollten sich
unsere Kunsthandwerker wieder mehr künstlerisch
einfühlen, so muß ihnen auch die Möglichkeit
gegeben sein, die gestellten Aufgaben
mit aller Liebe und Sorgfalt durchführen zu
können, um sich daran zu vervollkommnen.

Wenige unserer reichen Leute sind bereits
so weit, daß sie künstlerische Arbeiten so sorgsam
nach
der Qualität
beziehen
, wie
den Kaviar
, und
gerne gut
bezahlen.
Wie sollte
da der
tüchtige
Dekorations
-oder
Porzellanmaler
, der

Goldschmied
,
Model-
leur,Holz-
schnitzer,
Buchbinder
usf.

künstlerisch vorwärtskommen, wenn er mit
seinen Gesellen nur möglichst rasch arbeiten
muß, um etwas zu verdienen? Von Vertiefen
kann da keine Rede sein! Stimmt die Tatsache
nicht nachdenklich, daß, wenn in mancher
großen deutschen Stadt auch nur ein
Buchbinder oder ein Goldschmied lebte, dieser
heute von 100 000 und mehr Menschen
nicht so viel Aufträge für künstlerische Handarbeit
erhielte, daß er davon allein leben könnte ?
Nur nebenbei sei bemerkt, daß ein hochstehendes
Kunsthandwerk einen Arbeiterstamm heranziehen
könnte, der auf seine Arbeit wieder stolz

ist und darin
Befriedigung
fin-
det, eine
Art, die
fast ausgestorben
ist.

Es kann
auch unseren
Architekten
vielfach
der Vorwurf
nicht
erspart
werden,
daßsiege-
genüber
den vorhandenen
Mitteln

O

fG>0

149


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