Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 194
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ARCH. FRITZ LANDAUER-MÜNCHEN WOHNZIMMER IN EICHENHOLZ

Ausführung: Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk A.-G., München

KUNSTGEWERBLICHER EXPORT

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nter diesem Titel veröffentlicht Friedrich
Valentin im IV. Heft der „Amtlichen
Mitteilungen" derBay er ischen Gewer beschau
München 1912 einen Aufsatz, der
die besondere Beachtung aller am Export kunst-
gewerblicherErzeugnisse beteiligten Fabrikanten
und Werkstätten verdient. Er spricht darin
eingehend von den mancherlei Gefahren, die
unserem heutigen Streben nach Qualitätsware
durch die geschäftsmäßige Rücksicht auf den
Allerweltsgeschmack unbekannter Abnehmer
oder auf eingebildete Geschmacksrichtungen
des Auslandes drohen, von der Verständnis-
losigkeit für künstlerische Dinge, die noch so
manchen Fabrikanten verleitet, von Künstlern
„gangbare" Entwürfe für den Weltmarkt („im
Sezessionsstil mit ein bischen Empire oder Anklängen
an andere klassische Stile") zu verlangen
, und schließt mit folgenden warnenden und
zugleich den rechten Weg weisenden Worten:
. . . Die Möglichkeiten, neue und eigenartige
Formen zu schaffen, alte zu wiederholen
und zu kombinieren, sind unbegrenzt. Ein einheitliches
Wollen muß daher eine Wahl treffen
und in logischer Fortbildung seine Wünsche

zum reinsten Ausdruck bringen, damit ein
Stil entstehe. Der kann es nicht aller Welt
recht machen; nicht heterogene Wünsche dürfen
sich mischen und einander vernichten; man
kann nicht Heiterkeit und Ernst, Schlichtheit
und Ueppigkeit zugleich ausdrücken.

Ein sicherer Weg, den Gefahren der Einwirkung
fremdländischen Formengewirrs auf
unseren Stil auszuweichen, wäre der, daß der
deutsche Kunstindustrielle ausschließlich darnach
strebte, das nach modernen deutschen Be-
griffenGute herzustellen, und gelassen abwartete,
inwieweit das Ausland ihm seine Ware abzukaufen
geneigt ist. Ob dadurch der Absatz
auf die Dauer zurückgehen würde, ist zum
mindesten fraglich ; denn der Ausländer von
Geschmack hat längst begonnen, Anteil zu
nehmen an der neudeutschen Renaissance der
angewandten Kunst. Unermeßlichen Gewinn
für unsere künstlerische Kultur würde es jedenfalls
bedeuten, wenn unsere Unternehmer so
handelten.

Doch kann noch ein anderer, obendrein
sicheren Gewinn verheißender Weg aus den
Gefahren hinausführen, die ich schilderte. Er

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