Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 249
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ARCH. HANS U.HEINRICH LASSEN, B.D.A., BREMEN s HAUS KORFFIN BREMEN: STRASZENSEITE U. GRUNDRISZ

ZWEI BREMER HÄUSER

Bremen, das durch die benachbarte Worps-
weder Malerkolonie nur in bedingtem Maße
an den Bestrebungen der modernen Kunst teilnimmt
, hat sich durch eine Reihe tüchtiger
Architekten und durch gewerbliche Leistungen,
vor allem auf den Gebieten
des Wohnbaus und der
Inneneinrichtung ausgezeichnet
.

Eine gesunde, selbst in
den siebziger bis neunziger
Jahren nicht völlig ausgerottete
Tradition, die Fülle
erhaltener Häuser und Einrichtungen
aus den soliden
Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
, das energische
Eingreifen und Kämpfen
einiger anregender Naturen
, sowie eine praktische
und sachliche, also durchaus
nicht äußerliche Auffassung
der Neuerungen

vom Ende des 19. Jahrhunderts haben dabei
wesentlich geholfen.

So erscheint die Bremer Bau- und Wohnart
nicht als etwas unorganisch Neues, sondern
als eine logische Weiterbildung, und so hat

sich sehr bald ein bestimmter
Bremer Typus herausgebildet
, der sich kennzeichnet
durch seinen einfachen
und zurückhaltenden
Baustil und durch die
feine Art des Einrichtens
mit ihrer Vorliebe für eine
dichterisch reiche Ausgestaltung
alles Ornamentalen
bei größter Ruhe und
Strenge der konstruktiven
Formen.

In diesem Sinne wird
man die beiden Häuser
der Architekten Hans und
Heinrich Lassen leicht als
Bremer Arbeiten erkennen.

Dekorative Kunst. XV. 6. März 1912.

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