Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 267
(PDF, 173 MB)
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IRENE BLAHY-WIEN

gerade in Wien sehr viel tüchtige Pflege, leider
abernoch zuwenig Anerkennungzuteil wird. Farbige
Elemente bilden die Steine, von denen aber
keineswegs die kostbarsten, sondern die schönsten
bevorzugt werden. Gold und Silber schaffen
durch Fassungen von feinstem Linienreiz das
Schmuckmotiv, zu dem die Formen und Farben
der Steine oder des Emails Anregungen geben.

Die Wiener Werkstätten sind hier schon sehr
lange bahnbrechend vorgegangen. Sie haben
selbst trefflich ausgestellt, und eine Reihe von
anderen Arbeiten zeigt, wie gut ihr Einfluß
weiterwirkt. Dieser ausgezeichnete Betrieb,
dessen führende Künstler zumeist auch Lehrer
an öffentlichen Anstalten sind, bildet zugleich
eine Versuchs- und Uebungsgelegenheit für
kunstgewerbliche Arbeit ersten Ranges. Von
ihr gehen Anregungen vielfältigster Art aus.

In neuester Zeit bildet das künstlerisch
vornehme Frauenkleid ein Lieblingsgebiet für
ihre Betätigung. Zwei Vitrinen enthalten Figurinen
mit Toiletten und viele Einzelobjekte,
insbesondere textiler Art, einzelne Bestandteile
wie Echarpen, Hutschmuck, Ketten,
Taschen usw., die zur Toilette gehören. Neigung
zum festlichen Eindruck, zur vornehmen Würde,
die auf Klarheit, Ruhe basiert und nur edles
Material, in gediegenster Technik verwendet,
duldet, spricht hier eine werbende Sprache.

FÄCHER, BUNTSTICKEREI AUF WEISZER SEIDE

Mehr noch als auf anderen Gebieten ist
auch hier schon eine jüngere Generation am
Werke, diese Anregungen ins Breite und Mannigfaltige
auszuspinnen.

Da sind Absolventinnen der k. k. Kunststickereischulen
zu einer Produktivgenossenschaft
zusammengetreten und führen die mannigfaltigsten
, reizvollsten Dinge nach eigenen Ideen
aus. Alle Techniken der Stickerei, Handweberei,
Applikation, Färbetechniken, wie Batik, Handdruck
auf Seide u. a. werden herangezogen,
um der Frauenkleidung reizvolle neue Hilfsmittel
zu schaffen, die in Behängen, Einsätzen
und Putz zur Geltung kommen.

Die k. k. Zentrallehranstalt für Frauengewerbe
pflegt alle diese Techniken in gründlichster
Weise, und die künstlerische Anregung,
welche von der Wiener Kunstgewerbeschule
ausgeht, hält alles in jenen Bahnen, die zu
neuen Zielen führen. Eine große Zahl von
erwerbenden Frauen, die zugleich künstlerisch
wirken, hat sich mit Glück diesen Zielen zugewendet
, und viele Vitrinen der Ausstellung
zeigen solche Arbeiten, die künstlerische Absichten
praktischen Zwecken dienstbar machen.
Die Bauernstickerei ist oft ihre Lehrmeisterin.

Daran schließen sich gewebte und bedruckte
Stoffe undTeppiche, diejadurch Wiener Künstler
eine besondere Pflege erhielten. Der große

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