Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 373
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ERNST RIEGEL-DARMSTADT □ SILBERNES ABENDMAHLSGERÄT (EVANGELISCHE GEMEINDE RUMELN, KR. MORS)

etwa ein neuer und selbständiger Aufschwung
spürbar, die katholische Dorfkirche im Süden
, die protestantische Stadtkirche in Mitteldeutschland
zeigen verheißungsvolle Beispiele
dafür. Und ebenso ist die Reform unseres
Wohnungswesens auch für die geschmackliche
Ausstattung der Kultusräume und Geräte
fruchtbar geworden. Der Protestantismus
bekennt sich hin und wieder zur geläuterten
Wirkung dekorativer Farben, ohne einen Verlust
an Innerlichkeit zu befürchten, und Meister
wie Gebhardt, Thoma, Steinhausen und
Uhde bekamen, wenn auch nur ausnahmsweise
, für die Kirche zu tun.

Daß auch das moderne Kunsthandwerk
dabei nicht leer ausgeht, beweisen die Arbeiten
von Ernst Riegel. Namentlich seine Metallarbeiten
in ihren festen gedrungenen Formen,
dem sparsam und geschmackvoll verteilten
Ornament, der peinlichen Solidität in der
Materialbehandlung weisen alle Vorzüge guter
Werkarbeit auf und sind dabei neu und frei
in der Erfindung. Er nutzt nicht nur den
Kontrast der Metalle wie Messing und Silber
oder Silber mit Goldfiligran geschickt aus,
er zieht auch das Email zur dekorativen Mitwirkung
planmäßig heran. Das Wesentliche
aber bleibt ihm die getriebene Form, die in
den Kelchen und Kannen durchaus den feierlichen
Stil gefunden hat, wie er der gehaltenen
Würde des Abendmahls entspricht. Diese Geräte
sind glücklicherweise nicht Museumsstücke,
sondern mit wenigen Ausnahmen bereits im Gebrauch
. Der schweinslederne Bibeleinband mit

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