Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 419
(PDF, 173 MB)
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DIE BESTEN WÜNSCHE
ZUM

JAHRESWECHSEL 1912

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
ZUM
NEUEN JAHRE

VIGNETTEN VON F.W. KLEUKENS AUS DER SCHRIFTGIESZEREI D.STEMPEL A.-G., FRANKFURT a. M.

Gengnagel mit den Vögeln im Rund läßt sich die
Zahl natürlich auswechseln. — Für Neujahrskarten
hat auch die Bauersche Gießerei in Frankfurt
ein besonderes Vignettenheft herausgegeben mit
Klischees nach von Rudolf Koch in einer eindrucksvollen
kräftigen Fraktur geschriebenen
Glückwünschen und mit dekorativ entworfenen
Bildchen — einem alten Stadttor, in das die gelbe
Postkutsche einfährt oder einem kleinen mauerumgebenen
Städtchen im Schnee — die von
Schriftbändern für den Glückwunsch umzogen
werden.

*

Von den auf Seite 424 wiedergegebenen Vignetten
können die beiden Pagen fürSpeisekarten,
die zwei Kränze mit „Viel Glück und Segen"
für Drucksachen zu einer Vermählungsfeier,
der Hobel und der Schuh für Geschäftskarten,
Zeitungsanzeigen, Briefköpfe und dergl., die
runden Medaillons mit den Turner-und Schützenemblemen
für Vereinsdrucksachen verwendet
werden. Sie sollen hier nur als Hinweis dienen
auf den umfangreichen Schatz an vortrefflichem
bildlichen Material, das heute schon vorliegt,
aber noch in ganz anderem Maße, als es bisher
geschieht, für eine veredelte künstlerische Ausstattung
der Akzidenz-Drucksachen nutzbar gemacht
werden könnte. Dr. A. MuNDT-Leipzig

Ich liebe die Freude, denn sie ist das Leben!
Ich predige die Freude, denn sie allein gibt
die Möglichkeit, nützliche und dauerhafte Werke
zu schaffen! Das Amüsement, eine Erregung,
die die Nerven reizt, statt die Seele zu erheben,
das Amüsement ist im Leben des Künstlers

nicht nötig.--Für ein gesundes, lebhaftes,

tätiges Wesen muß die Freude der täglichen
Sorgfalt und der in Begeisterung durchgeführten
Arbeit genügen, um das Leben zu verschönen
, die Müdigkeit zu vertreiben und Gegenwart
und Zukunft zu verklären.--

Dieser Zustand der Freude wird in uns hervorgerufen
durch ein Gefühl der Befreiung und der
Verantwortlichkeit, durch die klare Anschauung
dessen, was in uns produktiv ist, durch das
Gleichgewicht unserer natürlichen Kräfte, durch
den harmonischen Rhythmus unseres Wollens
und Könnens. Sie hängt ab von unseren schöpferischen
Fähigkeiten, den angeborenen und den
anerworbenen; sie wird größer, je mehr unsere
Schaffenskraft wächst, je mehr unser Wille uns
von den Fesseln befreit, die von unserer Geburt
an auf uns lasten. Die Fähigkeit, in uns selbst
klar zu sehen, gibt uns ein Gefühl der Befreiung,
denn sie eröffnet einen Schnellverkehr zwischen
unserer Einbildungskraft und der ausführenden
Kraft. — — — E.Jaques Dalcroze

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