Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 26. Band.1912
Seite: 558
(PDF, 173 MB)
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I

HERMANN LOCHNER-MÜNCHEN

Bücherschrank in poliertem Birnbaumholz;

AUS EINEM DAMENZIMMER (vgl. s. 556)
Profile, Schlüsselschilder und Griffe in schwarzem Holz

GUTER UND SCHLECHTER GESCHMACK IM KUNSTGEWERBE*)

1

Ein Buch über dieses Thema, noch dazu von
diesem Verfasser, kann des allgemeinen
Interesses sicher sein. Haben wir doch seit
Semper und Falke keine eigentliche Aesthetik
des Kunstgewerbes gehabt, und gilt doch Pazau-
rek jetzt als eine der ersten Autoritäten auf
dem Gebiete der kunstgewerblichen Stilverfehlungen
. Das hat er schon durch die im Jahre
1908 von ihm veranstaltete Ausstellung der
Geschmacksverirrungen im Stuttgarter Landesgewerbemuseum
gezeigt, die in den weitesten
Kreisen berechtigtes Aufsehen erregt hat. **)
Es fand sich dort alles vereinigt, was ihm bei
mehrjähriger angestrengter Sammelarbeit an
Verstößengegen die Forderungen des Materials,
der Konstruktion und der Verzierung im Ge-

*) Gustav E. Pazaurek. „Guter und schlechter
Geschmack im Kunstgewerbe", Deutsche Verlagsanstalt
, Stuttgart und Berlin 1912. Gebunden 12 M.

**) Vgl. meinen Bericht darüber im Juliheft 1909
dieser Zeitschrift, Seite 448 u. f.

biete des alten und besonders des modernen
Kunstgewerbes aufgestoßen war. Aber Vollständigkeit
ist bei einer solchen Ausstellung
schon aus technischen Gründen nicht zu erreichen
. Und die Rücksicht auf besonders einflußreiche
Fabrikanten, die eine Zurschaustellung
ihrer Fabrikate unter dem Titel „Gegenbeispiele
" begreiflicherweise nicht lieben, muß
naturgemäß zu Lücken führen, die dann nur in
literarischer Form ausgefüllt werden können.
Die damals gehegte Hoffnung, die württembergischen
Fabrikanten würden alle vorurteilslos genug
sein, eine solche Kritik dankbar hinzunehmen
, und die gerügten Verfehlungen in Zukunft
vermeiden, hat sich leider nicht erfüllt. Und
eine Behörde wie die Zentralstelle für Handel
und Gewerbs, der das Landesgewerbemuseum
untersteht, will sich nun einmal nicht dem Vorwurf
aussetzen, einzelne Fabrikationszweige zu
schädigen, obwohl die Zurückdrängung schlechter
und stilloser Fabrikationserzeugnisse gleich-

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