Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 6
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< FRITZ AUGUST VON KAULBACH

e)

F. A. VON KAULBACH

LANDSCHAFT

durch den eigenen Stil, den sie tragen, durch
das Selbstempfundene und Selbsterlebte, das
zum Ausdruck gelangt, kurz durch seine eigene
Welt. Vor allem aber auch durch die feine
Qualität der Malerei an sich, als reine,
sagen wir einmal, handwerkliche Tätigkeit.
Wie delikat, wie zart, wie rein und kostbar
ordnetKaulbach die Materie der Farbelemente.
Seine Technik subtil und anscheinend wenig
wechselvoll, ist voller Reize und Wunder und
demGegenstandangemessen. Ohnetechnische,
absichtliche Experimente, die so oft in den
Vordergrund gestellt werden, empfinden wir
wie unser Meister als echter moderner Künstler
in einem unbeschreiblichen Duft wie mit einem
leisen Hauch seine Gestalten umhüllt, die uns
so selbstverständlich erscheinen, daß man Technik
und Malerei darob ganz vergißt. Nicht
immer waren die technischen Mittel, die der
Meister anwandte, die gleichen, sondern sie
entwickelten sich allmählich und mit der Verfeinerung
der persönlichen Auffassung des
malerischen Sehens vervollkommnete sich

seine Malerei so weit, daß er heute eine Helligkeit
, einen Zauber der Leuchtkraft, der Farbe
erreicht hat, die kaum mehr eine Steigerungsmöglichkeit
denken läßt. Betreten wir den
stimmungsvollen Raum, den Kaulbach wie in
den letzten Jahren auch heuer in so eigenartiger
Weise mit Werken seiner Hand im
Glaspalast gefüllt hat, so erstaunt man über
die Kraft und die Klarheit seiner Malerei, die
gehoben wird durch das tiefe Erfassen des inneren
Menschenwesens. Hier liegt Kaulbachs
Stärke. Bei dem unablässigen Suchen nach
dem Festhalten der seelischen Elemente in
die äußere Form, drang er stetig weiter in das
geheimnisvolle Gebiet der Psychologie, das
für ihn im menschlichen Antlitz ein Offenbarungsgebiet
geworden. So ist sein ureigenstes
Gebiet das Bildnis, in dem er heute einzig
dasteht, als Herrscher, welcher mit formender
Kraft in seinen Bildnissen die äußere Erscheinung
in Einklang mit dem inneren Wesen zu
bringen vermag, so daß der Dargestellte ganz
enthüllt, erkannt wird. Solche Werke, die wie

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