Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 12
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< FRITZ AUGUST VON KAULBACH

F. A. VON KAULBACH

gestalten nehmen die Kinderbildnisse Kaulbachs
den größten Raum in seinem künstlerischen
Schaffen ein und es erweckt den
Anschein, als ob er gerade in diesen das
eigentliche Gebiet gefunden hätte, zumal er
selber als liebevoller Vater sich nicht genug
an der Jugendlichkeit seiner Kinder erfreuen
kann. Unzähligemale hat er seine Lieblinge
von dem ersten Jahre an mit Stift und Pinsel
auf die Leinwand gebannt, hat in die
großen fragenden Kinderaugen geschaut und
jenen zarten Duft der Unschuld, Unbefangenheit
und Lieblichkeit mitunter in ganz wenigen
Strichen hingesetzt, keck und unmittelbar
wie Franz Hals, dann ausführlicher und
eindringlicher wie Rubens oder van Dyck,
ohne Kaulbach mit diesen Meistern direkt in
Verbindung bringen zu wollen. Von hohem
Reiz sind zumal die drei Kinder, umrahmt

KINDERBILDNIS

von üppigen Früchten und Blumenkranz,
dann das kleine Baby mit dem roten Häubchen
von 1905 und das zwei Jahre später
entstandene, im weißen Mäntelchen. Recht
verschmitzt und schelmisch lacht hier unter
einem großen Strohhute ein dunkles Augenpaar
hervor, während in dem Doppelbildnis
von Hilde und Hedda, letztere im fröhlichsten
Jugendglanze erstrahlt. So reihen sich bei
Kaulbach in weiterer Folge köstliche Perlen
an Perlen, die einem unerschöpflichen Bronnen
vergleichbar, unserem Geschlechte den
hellsten Abglanz reinster unschuldvollster
Kindlichkeit vermittelt. In der Vielseitigkeit
seines Schaffens, fand und findet Kaulbach
immer noch Zeit, die geistreichsten Ideen für
Gelegenheitsfeste fast spielend seinen Mitbürgern
oder Kollegen zu spenden. Denken
wir nur an die zu Oktoberfesten gemalten

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