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SCHWIND UND MÜNCHEN ),
F. A. VON KAULBACH
ausgestrichen"; es setzt bittere Worte über
die Mäzenaten, und es ist dabei auf den Wittelsbacher
Griechenkönig Otto hingezielt, für
den er die „Beethovische Zeichnung" in Farben
auszuführen hatte. „Die Haut wird mir
zwar dabei über die Ohren gezogen, aber bei
so etwas muß man froh sein, wenn man's
machen darf. Nicht um das fünfzigfache Geld
möchte ich so Lumpenzeug machen oder gemacht
haben, wie es jetzt das Reich der Kunst
beherrscht. Kommt's noch einmal dazu, daß
von der deutschen Kunst überhaupt die Rede
ist, dann wird man sich wundern, was für
dumme Bestien unsere Mäzene waren."
Vom 12. Dezember 1852 stammt in einem
ZEICHNUNG
Brief an Schädel dieser Passus: „Von außen
haben Zurücksetzung und Verringerung des
Einkommens eher zu- als abgenommen, von
innen dagegen die Verachtung des ganzen
Kunstbabels, von der höchsten Protektion bis
zu den Bilderrahmen herab, und die Ueber-
zeugung, daß nur außerhalb des ganzen „Geschäftes
" was Rechtes gedeihen kann, eine
solche Höhe und Festigkeit erreicht, daß ich
dazu lache, wenn Unsummen ausgegeben werden
, um dem gemeinen Zeitgeist soviel Monumente
als möglich zu setzen." Worauf diese
Worte zielen, erfahren wir alsbald aus einem
Brief an Bauernfeld vom 6. März 1853: Unser
allergnädigster König Ludwig, der für allen und
Die Kunst für Alle XXVIII.
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