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GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG DRESDEN 1912
AXEL GALLEN-KALLELA
DIE SAMPOVERTEIDIGER
Große Kunstausstellung Dresden 1912
haft in der überaus wahren, mit Bewußtsein
übertriebenen Bewegung; endlich zwei weibliche
Figuren: heitere Anmut und verzückte
Begeisterung, in denen sich die „ekstatische
Symbolik des Ausdrucks" offenbart, die Hodler
so oft in parallel gestellten Figuren zu malen
pflegt. Besonders die Verzückung ist großartig
geschaut und empfunden.
Neben Hodler sind noch vierandereSchweizer
in der Ausstellung vertreten: Max Buri mit
seinen bekannten Tanzmusikanten und der
Dampfschiffahrt (Abb. S. 45), Bilder, in denen
nicht Typen, sondern bestimmte Persönlichkeiten
in aller physiognomischen Schärfe und
naturalistischer Farbengebung auf den hellen
Grund gestellt sind; Eduard Boss aus Bern,
der Schilderer heimatlichen Volkes in heimischer
Landschaft, der uns eine Gruppe von
Steinhauern bei theoretischer Unterweisung
in klarer Komposition vorführt (Abb. S. 33);
Eduard Stiefel („Stillende Mutter", „Badende
") und Ernst Würtenberger, der eine
strenge, knapp zusammengefaßte Schilderung
des Judaskusses gibt.
Bekannte Bilder sieht man von Eduard
von Gebhardt (Skizzen zu den Wandbildern im
Kloster Loccum), Albert von Keller (Skizze
zu Jairi Töchterlein), Hans Thoma (Ostern
und Weihnachten), Boehle (das köstliche Bild
der Lebensalter, Abb. Jahrg. 1907/8, S. 367 aus
dem Frankfurter Museum) und von Max Seliger
in Leipzig (Mosaikbild zum Dernburg-
schen Grabdenkmal in Berlin und Entwurf zu
einem Gobelin „Das Paradies", Abb. S. 40;
beides zweck- und stilgerechte Kompositionen).
Ein hervorragendes bedeutsames Werk ist
der „Christus" von dem Freiburger Adolf
Bühler, einem Meister des monumentalen
Stils (Abb. S. 43). Dieser zeusartig dasitzende,
in weite Fernen schauende Christus hat Ernst,
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