Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 41
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| GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG DRESDEN 1912

etwas zu tun. Bemerkenswert ist dagegen
des Franzosen Maurice Denis Gemälde,
das die ersten Schritte eines munteren Kindes
im Kreise badender Frauen im Freien darstellt.
Der Künstler bedient sich scharfer Umrisse,
stilisiert aber die Farben in kräftiger Weise
und wirkt dekorativ durch die wohlüberlegte
wirksame Anordnung der Farbenflecke. Auf
Stilisierung gehen auch Karl Caspars ergreifende
Pietä in tintigen Tönen, Adolf
Hölzels biblische Bilder „ Anbetung der Hirten"
und „Jesus mit den Kindern", Zuloagas unheimliches
Gemälde der Geißler beim Leichnam
Christi und Cuno Amiets „Obstlese" aus.
Auf bestimmte Umrisse und ebenso klare
Farbengebung geht dagegen Erich Kuithan
mit einer in ein Halbrund komponierten Gruppe
aus, die er Empfindung nennt (Abb. S. 26).

Je einen besonderen Raum
nehmen Werke von Hermann
Prell und von Max
Klinger ein. Prelis Gemälde
für den Festsaal des
neuen Rathauses zu Dresden
(Abb. S. 41) sind inzwischen
— im August d. J. —
an Ort und Stelle gebracht
worden; die Vollendung des
Festsaales wird Gelegenheit
geben, darüber ausführlicher
zu reden. Max Klinger aber
hat noch einmal den Raum
ausgeführt, den er vor Jahrzehnten
für die Villa Albers
in Steglitz bei Berlin ausmalte
, der aber kurze Zeit
nach seiner Vollendung wieder
aufgelöst wurde, so daß
nur noch einzelne Teile davon
in der Kunsthalle zu
Hamburg, in der Nationalgalerie
zu Berlin und an anderen
Orten vorhanden und
von dorther bekannt sind
(Abb. S. 27). Bei der scharfen
Kritik dieses Zimmers
hat man wohl übersehen, daß
es sich um ein Vorzimmer
handelt, in dem man nur vorübergehend
weilt und künstlerisch
leicht angeregt werden
soll; diesem Zweck entsprechen
auch die zahlreichen
Türen. Unwesentliche
Mängel, wiediegroßen Palmblätter
an den Türen und der

halbdurchgeschnittene Pfeiler, wird man bei
endgültiger Aufstellung leicht beseitigen können.
Die zahlreichen Malereien Klingers aber —
große leuchtende, etwas summarisch gemalte
Landschaften mit Staffage in den Wandfeldern,
einzelne Figuren und Szenen phantastischpoetischer
Erfindung in den Türfüllungen,
phantastische Meeresszenen im Fries, mythologische
Gestalten in andeutender Umrißmalerei
auf dem unten rings umlaufenden dunklen Holzwerk
— bieten eine solche Fülle von Feinheiten
, von echt Klingerscher Poesie, daß man
seine helle Freude daran haben kann.

Endlich ist noch der finnische Maler Axel-
Gallen zu nennen. Trotz Bouguereau und
Fleury, bei denen er in Paris studiert hat, ist
es ihm gelungen, sich eine herbe monumentale
Eigenart und seine nationale Besonderheit zu

HERMANN PRELL

DIE JUGEND DER ELBE
Große Kunstausstellung Dresden 1912

Die Kunst für Alle XXVIII.

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