Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 42
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( GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG DRESDEN 1912 }

wahren oder zurückzugewinnen. Er stellt Entwürfe
zu den Kuppelfresken im schwedischen
Ausstellungspalast Paris 1900 und Entwürfe zu
den Fresken im Mausoleum zu Björneborg aus.
Jenestellen Szenen aus dem finnischen Nationalepos
Kaiewala*) dar (Abb. S. 38), diese in
symbolischer Weise: Zerstörung, Hausbau
(Abb. S. 37), Kosmos, Eden, das Meer, das
Christentum. Eine starke Wirkung geht von
diesen Bildern aus: ein starkes durchgebildetes
Können ist gepaart mit einem energischen
Willen zum Monumentalen und einer echt
nordischen Phantasie, die das Gewaltige mit
dem Unheimlichen zu vereinen weiß.

*) Das von uns abgebildete Gemälde die Sampoverteidiger
zeigt den Kalewasohn Ilmannen, einen kunstreichen Schmied mit
seinen Mannen auf dem Schiff, das die Glücksmühle Sampo birgt;
Louhi in Gestalt eines riesigen Adlers — eine greuliche Gestalt
mit menschlichem Gesicht und weit ausgebreiteten Flügeln —
schießt auf das flüchtende Schiff hinunter und umklammert mit
ihren Krallen den Mast. Mit Spießen und Beilen wehren die
Kalewahelden das scheußliche Untier ab, während Ilmarinen mit
aller Kraft das Steuer führt.

Fragt man, nachdem man die Fülle der
verschiedenartigen Gesichte in der monumentaldekorativen
Abteilung der Dresdener Ausstellung
gesehen hat, welches denn nun das eigentliche
Wesen der modernen monumentalen
Kunst ist, worin das Gemeinsame liegt, welchem
Künstler mit seiner Auffassung die Zukunft
gehört, so muß man wohl bescheiden
sagen müssen: die Generation nach uns wirds
wissen, wir wissen's nicht; wir sehen nur mit
Freuden das reiche vielgestaltige Leben, das
auf dem Gebiete der monumentalen Kunst
unserer Tage herrscht.

Noch sei erwähnt, daß auch die Plastik
in der Dresdner Ausstellung in hervorragender
Weise auftritt. In der großen Monumentalhalle
der Malerei steht in der Mitte, sie plastisch
allein beherrschend, der Ringer von
Hugo Lederer (Abb. S. 45), ein gewichtiges
Stück energisch empfundener Plastik; an den
Wänden stehen einzelne erlesene Bildnisbüsten

ROBERT DIEZ

DIE MUTTER

Große Kunstausstellung Dresden 1912

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