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AUFGABEN DER KUNSTGESCHICHTE
JAN MATEJKO
KOPERNIKUS
K. K. Staatsgalerie, Wien
dem wie nirgends sonst das berückende Sonnenkönigtum
der Bourbonen verkörpert ist.
Man denke an Holland, auch seine Geschichte
ist geschrieben worden, ohne daß der Name
Rembrandt oder Hals genannt wurde, man
denke an unser eigenes deutsches
Mittelalter, in dem gotische
Dome zum Himmel
wuchsen, die der Mystik
Form und Namen gaben,
denke an das Zeitalter der
deutschen Reformation, wo
Geschichtsschreiber vergessen
haben, den Namen eines
Dürer oder Cranach auch
nur mit einer Zeile zu nennen
! Man kann die ganze
europäische Weltgeschichte
durchgehen und man muß
zu dem für unsere Historie
durchaus beschämenden
Schlüsse kommen, daß eigentliche
Menschheitsgeschichte
bisher überhaupt
nicht geschrieben wurde.
Die Gegenwart aber — das
soll nicht verkannt werden
— weist auch nach dieser
Richtung hin hoffnungsfreudig in die Zukunft.
Pastors „Geschichte der Päpste" z. B., und ich
denke im besonderen an den letzten Band, der
im wesentlichen das Zeitalter Leos X. behandelt,
ist, ganz abgesehen von dem einseitig ultra-
J. MALCZEWSKI
DIE FRAU DES KÜNSTLERS
K. K. Staatsgalerie, Wien
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Die Kunst für Alle XXVIII.
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