Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 89
(PDF, 174 MB)
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DIE INTERNATIONALE AUSSTELLUNG DES SONDERBUNDS IN KÖLN

vermissen; doch dem Zauber dieses Licht-
und Farbengeflimmers in einem venetianischen
Kanal, oder über dem „Goldenen Horn" kann
sich der empfängliche Betrachter nicht entziehen
.

gibt uns Proben seiner unzweifelhaften Begabung
. Die hier (S. 92) abgebildeten „Armen
am Meer" sind für sein neueres Schaffen wohl
kaum charakteristisch, zeigen aber die sympathische
Seite seiner Kunst. Geht er hier

Als hervortretender Schöpfer und Träger vorwiegend noch auf Stimmungseffekte aus,

moderner Stilprinzipien
wurden
vom Sonderbund
noch die
folgenden Drei
erklärt und dementsprechend
durch größere
Sonderkollektionen
ausgezeichnet
: Der Norweger
Eduard
Münch, der
Rheinländer A.
DEUSSERundals
Vertreter Frankreichs
Pablo
Picasso. Von
Münch (geb.
1863), dessen
graphische Arbeiten
ihren Autor
bei uns zuerst
bekannt gemacht
haben,
sahen wir bisher
nur immer vereinzelt
Oelge-
mälde beisammen
; hier deren
nicht weniger als
dreißig: Landschaften
mit
flüchtigen Strichen
gegliedert
und mit einfacher
Flächenaufteilung
durch
klare frische
Farben. Minder
erfreulich einige
symbolisierende

Themen; das entschieden Stärkste seine Porträts
, besonders die stehenden Herren in prächtiger
ungezwungener Attitüde, Selbstverständlichkeit
des malerischen Vortrags und ungeschraubter
, echter Größe der Auffassung, eine
Art moderner Monumentalität (Abb. S. 90).
Der junge in Paris lebende Portugiese Pablo
Picasso, eine völlig problematische Natur,

GRECO

so wird er in der
folgenden Phase
seiner Entwicklung
immer
geistreicher und
im eigentlich
Malerischen immer
raffinierter.
Die Gestalten
seiner schwermütigen
Harlekine
sind von
einer subtilen
Farbenschwärmerei
, daß man
an Cezanne
denkt, sind interessant
, nicht
selten allerdings
outriert, im Contrapost
. — Mit
gutem Bedacht
wurde in diesen
Picasso-Saal das
Bild eines alten
Meisters gehängt
, der hl.
Johannes von
Greco (Abb.
S. 89), der auf
unsere Modernen
von so weittragender
Bedeutung
werden
sollte; in der Tat
erschließen sich
bei dieser Konfrontierung
die
wertvollsten Zusammenhänge
.
— Wenn nun
aber Picasso, der
sich in rasend schnellem Entwicklungstempo
bewegt, neuerdings unter die „Kubisten" geht,
so können ruhige Beobachter nicht mehr
folgen und müssen bedauernd sagen, daß er
sich selbst betrügt, indem er diese Spielereien
ernsthaft mitzumachen vorgibt.

Wenn sich nun auch Ansätze dieses Kubis-
mus'schon in gewissen Landschaften Cezannes

DER HEILIGE JOHANNES
Sonderbund-Ausstellung, Köln

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Die Kunst für Alle XXVIII.

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