Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 93
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DIE INTERNATIONALE AUSSTELLUNG DES SONDERBUNDS IN KÖLN

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JULIUS BRETZ

HAUS MIT SONNENBLUMEN

Sonderbund-Ausstellung, Köln

sehen Arbeiten geben diesen Willen deutlich
zu erkennen. Wie viele Ausdrucksmöglichkeiten
es innerhalb dieser stilistischen Beschränkung
noch gibt, zeigt die Verschiedenheit
der Werke untereinander. Denn man findet
wohl kaum einen größeren Unterschied als
zwischen einer fein stilisierten, gotisierenden
Holz- oder Marmorfigur G. Minnes einerseits,
und einem holzgeschnitzten und ebenso völlig
in diesem Material Holz gedachten hockenden
Bauernfigur von E. Barlach (Abb. S. 94) anderseits
. Der Letztere, aus allen wirklich modernen
deutschen Ausstellungen bekannt geworden,
erreicht ja ein Höchstes an Vereinfachung der
Formen und Zusammenballung der Massen
zu geschlossener Silhouette. Der Stil des
Belgiers Minne ist zu differenziert, um im
Rahmen einer Ausstellungsbesprechung gewürdigt
werden zu können. Notiert sei nur,
daß im Sonderbund eine bemerkenswerte
Kollektion von Werken in Marmor und Holz
zu sehen ist, in denen sich außer den die
Materie abstreifenden, sozusagen metaphysischen
Figuren der „Auferstehung" auch z. B.
der herrliche Frauenkopf befindet und der

durch innere Empfindung belebte und darum
der Geste leicht entratende „Redner". —
Neben diesen schon durch ihre reichere
Kollektiv-Vertretung in der Ausstellung unbedingt
präponderierenden Künstlern Barlach
und Minne stehen die anderen, im angedeuteten
Sinne schaffenden Plastiker. Frankreich ist
durch Maillol vertreten (außer einer stehenden
Frau die Terrakottabüste Renoirs), die
Schweiz durch den in Paris lebenden Haller,
Deutschland durch Albiker, Engelmann, Gerstel
(Abb. S. 95), Kniebe und Kogan. — Als
der, der am meisten Eigenes zu sagen hat, am
entschiedensten das neue Stilwollen repräsentiert
, wäre der in Paris lebende Westfale Lehmbruck
zu nennen. Die große Kalksteinfigur der
„Knienden", durch die Ausstellung der Berliner
Secession bekannt geworden (Abbild. Jahrg.
1911 /12, S. 435), aber auch die anderen in Köln
gezeigten Werke Lehmbrucks (Abb. S. 91) bestätigen
, daß der Künstler mit Recht als eine
unserer stärksten Hoffnungen moderner Plastik
angesehen wird; er vertritt bei uns die —
auch in Frankreich längst erkennbar gewordene
— Reaktion gegen den Impressionismus.

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