Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 112
(PDF, 174 MB)
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1 RUDOLF ALT

) (2X9 (2X9»

kritiker vor Alts
Altersleistungen,
vor seiner unerhörten
Frische,
vor seinem Riesenfleiß
. In seinem
Fleiß wähnten
sie das Geheimnis
seiner
ewigen Jugend,
seiner künstlerischen
Wirkung
gelüftet zu haben
. Weil Rudolf
Alt sich niemals
auf die
faule Haut legte,
nie mit dem Erreichten
zufrieden
war, immer
noch etwas anderes
, Höheres
wollte, darum
konnte er nicht
wirklich alt werden
, mußte er
immer jung bleiben
, schrieb damals
einer. Worin
aber wieder das Geheimnis dieser andauernden
Frische, dieser innerlichen Möglichkeit zum
Riesenfleiß lag, das sagte der Kritiker nicht:
in der unversieglichen Naturandacht, aus der
Alt immer wieder neue Schaffenslust schöpfte.
Ein anderer Antäus, gewann er aus jeder Berührung
mit der Erde, die ihm liebste Heimat
war, neue Kraft.

Er war eine große Natur, ausgestattet mit
einem groß gearteten und harmonisch gestimmten
Wesen. Speidel sagte von ihm, daß
er in seiner Art so bedeutend dastehe, daß
ihm keiner der Jüngeren auch nur an die
Schulter reiche. Diese Erkenntnis vermittelt
nun jenen, die des Künstlers Werk nicht aus
dem Studium der Originale kennen, das schöne
typographische Denkmal, das ihm einstweilen
von der zur Anerkennung seiner Bedeutung
geneigteren vaterländischen Nachwelt errichtet
wurde.*) Bald nach dem Tode Alts faßte das
K. K. Ministerium für Kultus und Unterricht
den Entschluß, durch Herausgabe einer illustrierten
Monographie die Erinnerung an den

Wiener Groß-
und Altmeister
der Malerei dauernd
wachzuhalten
. Mit der Abfassung
des Tex-

RUDOLF ALT

BILDNIS

tes und der Sichtung
des künstlerischen
und
biographischen
Materials wurde
Ludwig Hevesi,
ein genauer Kenner
der Entwicklung
der Kunst
in Oesterreich,
beauftragt. In
den Familienpapieren
, die des
Meisters Tochter
, Fräulein
Louise von Alt,
zur Verfügung
stellte, fanden
sich neben dem
Fragment einer
Selbstbiographie
zahlreichean Familienmitglieder
gerichtete Reisebriefe des Künstlers von biographischem
und künstlerischem Interesse,
denen aus diesem Grunde im Texte viel Platz
eingeräumt wurde. Es war verlockend, das
Bildnis des Meisters gleichsam aus seinen
eigenen Farbtöpfen zu malen, und das Experiment
gelang. Der Text ist keine der üblichen
Wald- und Wiesenbiographien, sondern ein
durchgebildetes Stück angewandter Wortkunst
mit den Themen: Lebensjahre, Wanderjahre, ^
R. Alt und Wien, Reisebilder (aus der Heimat ^
und dem Ausland), der Figurenmaler, der
Interieurmaler, Entwicklung, Ausklang. Weil
Hevesi starb, ehe sein Manuskript druckreif
war, wurde der, den Lesern dieser Blätter wohlbekannte
, nun auch verstorbene Karl M.
Kuzmany mit der Aufgabe betraut, den Text
für den Druck vorzubereiten. Der Redakteur
hat sich ihr mit Kenntnis, Gewissenhaftigkeit
und Geschmack unterzogen, und zwischen sonst
fragmentarischen Abschnitten die unmerklich
lückenfüllende Verbindung hergestellt. Besondere
Sorgfalt wurde der bildlichen Ausstattung
des monumentalen Werkes gewidmet.
Aus über tausend Werken des Meisters, aus
öffentlichen Sammlungen und Privatbesitz,
wurden 161 zur Reproduktion gewählt und die

*) Rudolf Alt. Sein Leben und sein Werk. Herausgegeben
vom K.K. Ministerium für Kultus und Unterricht. Text von Ludwig
Hevesi, nach dem hinterlassenen Manuskript für den Druck vorbereitet
durch Karl M. Kuzmany. Mit 61 Tafeln und 100 Textbildern
. M. 172.—. Wien 1911. Verlag von Artaria & Co.

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