http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0159
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RUDOLF ALT
Herstellung der Reproduktionen an technischartistische
Anstalten vergeben, die jede in
ihrer Spezialität das Beste leisten. Namentlich
auf die farbigen Reproduktionen wurde besonderer
Wert gelegt, und tatsächlich ermöglichte
die hoch entwickelte Technik unserer
Zeit die faksimilegetreue farbige Erscheinung
der Originale.
„Wenn man den Mann vorher nur stückweise
sah, so steht er nun in voller Gestalt
vor uns." Und wir erkennen, daß es die Gestalt
eines Großen ist. Innerhalb der Zeit
seiner Lebensdauer vollzogen sich die gewaltigsten
Umwälzungen, welche die Malerei
erfahren hat, und eine lange Reihe von großen
Meistern seiner Kunst sah Rudolf Alt beginnen
, versuchen, werden, wachsen und vollenden
oder scheitern. Er war der Zeitgenosse
von Füger, Fendi und Daffinger, Waldmüller
und Danhauser, Schwind und Rahl, Feuerbach
und Makart, der Romantiker und der Nazarener
gewesen. Im Klassizismus aufgewachsen, im
überwuchernden Epigonentum ergraut, war er
zuletzt werktätiger Kunstgefährte und Kampfgenosse
Klimts. Sein Blick war stets nach
vorwärts gerichtet, und als er, ein Achtzigjähriger
, das Präsidium der Wiener Secession
übernahm, geschah es, um seiner Ueberzeugung
Ausdruck zu geben, daß er in den Bestrebungen
der damals geächteten Moderne ein
wirkungsvolles, ja vielleicht das einzige Mittel
für eine gedeihliche Weiterentwicklung der
Kunst erkenne.
Man hat seinen Namen neben den Namen
Menzels gesetzt. Ja, man hat Alt mit Menzel
verglichen und es für gut befunden, ihn den
„österreichischen Menzel" zu nennen. Ich
glaube, man tut besser, ihn „den Alt" zu
nennen, weil Vergleiche nur unzulängliche
Notbehelfe sind. Sicherlich war Alt kein geringerer
Könner als Menzel; seine künstlerische
Lebensleistung dürfte sogar als die feinere,
kulturreifere zu werten sein. Doch wie dem
auch immer sein mag, nebeneinander betrachtet
, erweisen sich beide Meister als die
größten Wirklichkeitsmaler des neunzehnten
Jahrhunderts, jeder von ihnen unnachahmlich
und unübertrefflich in dem, was sein
Eigenstes ist.
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RUDOLF ALT
AUS SIENA
Die Kunst für Alle XXVIII.
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