http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0160
h.pellar
ringeltanz
Mit Genehmigung der Modernen Galerie (H. Thannliauser), München
HANNS PELLAR
Von F. von Ostini
Eins zeigt sich immer wieder: Trotz aller
Bannflüche, Todesurteile und höhnischen
Nekrologe lebt die Romantik fröhlich weiter
und wird weiter leben, so lange der Kunst
aus germanischen Quellen geistige Nahrung
zufließt. Und der slawische Osten ist erst
recht des romantischen
Spukes voll. Im
allgemeinen leben wir
freilich in einer Periode
der Angst vor
dem Gegenständlichen
in der Malerei — eine
natürliche Reaktion auf
eine Zeit der Tyrannei
des Stoffes, unter der
die Kunst schwer gelitten
hat. Aber man
wird bald genug einsehen
, daß auch die
künstlerische Kraft an
den Stoff gebunden ist,
ganz so, wie die natürliche
Energie; daß
es sich nur darum handelt
, jene Kraft in dem
Medium sich betätigen
zu lassen, in dem es
die beste Arbeit leistet
. Und das wird
eben für viele immer wieder die Wunderwelt
der Romantik sein, die Welt der weitesten
Möglichkeiten an Formen und Farben. Um
dieser Möglichkeiten willen hat sie einst auch
ein Böcklin zu seiner Welt gemacht, er der
Wiederentdecker der „farbigen Synthese" im
Sinne der alten Malerei
, er der soviel
mehr ein klar, ja kühl
denkender Gestalter
als der träumende
Schwärmer gewesen
ist, als den ihn die
Siebengescheiten hinstellen
wollen. Dies
Verhältnis zur romantischen
Stoffwelt mag
der Punkt sein, den
Franz von Stuck mit
dem Wesen Böcklins
gemein hat und einer
von Stucks Schülern,
der Wiener Hanns
Pellar, ist ihm auf
seinen Wegen gefolgt.
Pellar hat sich freilich
seine eigene Provinz
im romantischen
Wunderlande entdeckt
; daß er sich der
h. pellar im atelier
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