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KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN DER DEUTSCHEN MALEREI
R. J ETTM AR
genden anzuhalten, durchaus berechtigt; nicht
minder hatte aber J. E. Schlegels 1746 abgegebene
Definition „der Endzweck aller Kunst
ist das Vergnügen" die Anschauung seiner
Mitlebenden getroffen. Das 18. Jahrhundert
hatte in der Tat die Kunst als ein köstliches
Mittel zur Verschönerung des Lebens, das zu
genießen als Selbstzweck allen erschien, betrachtet
.
Den für das Urteil der Menschen des 18.
Jahrhunderts so wichtigen schriftstellerischen
Ausdruck aller derartigen Ansichten fand zu-
JUGEND UND ALTER. R A D I E R U N G (1909)
erst der Abbe Batteux in seinem Buche „ Les
beaux arts reduits ä un meme principe", in
dem er die Nachahmung der schönen Natur
forderte. Diese fand er in der Antike. Die
Griechen, die mit glücklichem Verständnis begabt
waren, trafen die wesentlichsten und hauptsächlichsten
Züge der schönen Natur in ihrer
Reinheit und begriffen deutlich, daß es an der
Nachahmung der Dinge noch nicht genug wäre,
sondern daß man diese auch aussuchen müßte.
Die Anregung von Batteux, den „guten Geschmack
" der Griechen als Richtschnur zu ver-
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