http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0190
\ KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN DER DEUTSCHEN MALEREI
R. JETTMAR
>® FRAGMENT DER SKIZZE ZU EINEM GOBELIN:
AUSGIESSUNG DES HL. GEISTES. I. ÖLBILD (1911)
lers „Braut von Messina" (1783—1803) für
die Dichtkunst erkennen. Doch, ich bin mit
allem diesem schon weiter gekommen als ich
zunächst wollte. Meine Absicht ging jetzt nur
dahin, kurz aufzuweisen, wie überall das Gefühl
für das Vaterländische sich entweder ganz
offen regte oder in der Maske der Klassizität
auftrat.
Wollen wir mit einem Worte den Geist
dieser Zeiten um 1780—1800 charakterisieren,
so können wir sagen, allerorten rang man um
vorurteilslose Klarheit, Sicherheit, erfüllt von
den reinsten, größten Ideen und getragen
von der Pers ön 1 i chkei t. Ein Name leuchtet
uns vornehmlich von den hier führenden
Geistern entgegen, der Kants. Er umspannt
mit seinem Denken alle Mannigfaltigkeit und
schließt sie um so fester zusammen, als sich
ihm alles innerhalb eigener geistiger Arbeit entwickelt
. Diese verlangt hier einen systematischen
Charakter wie nie zuvor; überall feste
Ordnung, Abgrenzung, Zusammenfassung,über-
all ein klares Bewußtsein der Tätigkeit, an
welchem Punkt sie sich befindet. Die Erfahrung
, das Begreifen einer objektiven Welt
wird zu einer Selbsterkenntnis des die Welt
der Erscheinungen aufbauenden Geistes (Euken).
(Fortsetzung folgt)
ERKLÄRUNG
Durch den im Oktoberhefte enthaltenen Artikel
„Der Kampf gegen den Hagenbund" fühlt sich der
Albrecht-Dürerbund in seiner Ehre verletzt, und
zwar durch folgenden Passus:
„Jeder Schritt der städtischen Kunstpolitik zeigt,
daß die Kommune auf diesem Gebiete so schlecht
wie möglich beraten ist, denn sie fördert alles,
was unbedeutend und banal ist und feindet alles
an, was irgendwelche künstlerische Selbständigkeit
verrät, und so handelt sie konsequent, wenn sie um
dieselbe Zeit, in der sie dem Dürerbund, einer Vereinigung
von Zeichenlehrern und Halbdilettanten,
einen Grund zum Bau eines eigenen Ausstellungshauses
zur Verfügung stellt, den Hagenbund mit
einem Schlage zu vernichten sucht."
Ich erkläre hiermit gerne, daß es mir vollkommen
ferne lag, durch obige Aeußerungen der künstlet
(^T^6>T36'X3(ö^(37rr3(^^
140
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0190