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I DAS BISMARCK DENKMAL AM RHEIN
WILHELM KREIS
gemessen. Im übrigen mußten die kräftig vortretenden
Rundtürme feinen Flachnischen weichen.
So erhält der Zentralbau den Charakter einer dori-
DIE ELISENHOHE BEI BINGEN MIT DEM BISMARCKDENKMAL
NACH DEM ENDGÜLTIGEN ENTWURF VON WILHELM KREIS 'S
<Si ENDGÜLTIGER ENTWURF ZUM BISMARCKDENKMAL
AUF DER ELISENHÖHE BEI BINGEN
sehen Säulentrommel, vor deren scharfe Stege dorische
, durch Rundbogen verbundene Dreiviertelsäulen
treten. Alle, die sich über Kreis' angebliche
Architekturbrutalität beim ersten
Entwurf ereiferten, müssen
nun gestehen, daß er hier eine
wohlerwogene, feine und ausgereifte
Kunst bietet. Seine
mehrwöchentliche italienische
Studienreise hat reiche Früchte
getragen. Der jugendliche Stürmer
ist zum gemessenen Ab-
wäger geworden. Vielleicht gefällt
er seinen Gegnern nun erst
recht nicht, vielleicht behaupten
sie nun, früher sei er ihnen
doch lieber gewesen? Nun gut,
die Verantwortung trifft doch
die Bedenklichen, die gegen
alles Urwüchsige protestierten.
Wir aber freuen uns, wie vor
den schönen Kuppelbau mit seinem
reich behandelten Hauptportal
sich der wohlgegliederte,
säulenumrahmte Festplatz mit
seinen, dem Neuklassizismus
glücklich nachempfundenen
Triumphtoren legt, wie gut sich
mit seinem als Maßstab gedachten
Nebenbau jetzt das Ganze
in die Landschaft eingliedert.
M. SCHMID
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