http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_27_1913/0203
KONSTANTIN SOMOFF
wieder an, naturgroße Bildnisse zu malen.
Das erste dieser Damenporträts aus den pluto-
kratischen Kreisen Moskaus figurierte von zirka
zwei Jahren auf der Ausstellung der Künstlergenossenschaft
„Mir Iskusstwa", und war es
der besten Porträts Georg Ferdinand Waldmüllers
denken, mit dem der russische Künstler
auch in der Behandlung des Landschaftlichen
oft entschieden etwas Gemeinsames hat.
Es ist höchst interessant, diese neueren und
KONSTANTIN SOMOFF
auch kein Schlager, so entzückte es doch durch
seine unendlich feinen, malerischen Qualitäten.
Ein zweites, bisher noch nicht ausgestelltes
Frauenbildnis dieser Gruppe — schwarzgelb
gestreifte Toilette mit grünem Gazeschal —
gehört nach meinem Geschmack zum Schönsten
, was Somoff gemalt hat, und läßt an manche
DER VATER DES KUNSTLERS
neuesten Werke Somoffs mit seinen älteren
Arbeiten auf demselben Gebiet zu vergleichen.
In den oben aufgezählten Porträtköpfen tritt
eine stärkere Betonung des dekorativen Gesamteindrucks
gegen früher hervor, in den
neuesten Bildnissen in Oel macht sich deutlich
jene Schwenkung zu altmeisterlicher Reife und
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