Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 152
(PDF, 174 MB)
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I KONSTANTIN SOMOFF

Ausgeglichenheit bemerkbar, von welcher bereits
die Rede war, und nebenbei zweifellos
auch eine gewisse Bereicherung und intensivere
Sättigung der ganzen Palette Somoffs.

Wie schon anläßlich der „Schlafenden Dame"
gesagt, ist diese Evolution, besonders das stärkere
Herausarbeiten des Figürlichen, auch in
jenen neueren Schöpfungen aus der Welt des
achtzehnten Jahrhunderts sichtbar, die mit dem
Namen Somoffs unzertrennlich verknüpft sind
und wohl am meisten zu seinem Ruhme beigetragen
haben. Wie kraftvoll und sicher in Kontur
und Farbe sind z. B. im „Harlekin mit Dame"
(Abb. geg. S. 145) die beiden Figuren hingestellt,
die nichts mehr, wie in vielen früheren Bildern
dieser Art, von leicht hingeworfener Staffage
an sich haben, sondern direkt den Mittelpunkt
der ganzen Komposition bilden, dem die Fete
de nuit bloß zur Folie dient. Zu diesen Nachtfesten
mit den glänzenden Effekten des Feuerwerks
auf dunkelm Himmel kehrt der Künstler
immer wieder zurück (Abb. S. 153), er liebt den
brillanten Aufstieg der Rakete, das weiche Zerstieben
der bunten Feuergarben, und hat diese

Motive wiederholt inGuasche, Aquarell undTinte
meisterhaft individuell behandelt. Ueberhaupt
ist Somoff in allen Stadien seiner künstlerischen
Laufbahn dem achtzehnten Jahrhundert, jener
Welt des schönen Scheins des ancien regime
treu geblieben, und er ist nie müde geworden,
ihren Zauber, ihre intimsten Geheimnisse,
den süßen Duft ihrer überfeinen Kultur in
immer neuen Variationen zu schildern.

Konstantin Somoff ist jetzt 43 Jahre alt.
Die Reife seines Talents hat er längst erreicht,
aber es wäre natürlich verfehlt, vom Stehenbleiben
der Entwicklung bei einem Künstler
zu sprechen, der seine Kunst so ernst nimmt
und neuen Aufgaben nie aus dem Wege geht.
So hat er, der als Meister der Kleinkunst gilt,
unlängst sogar die Ausführung einer großen
Wandmalerei übernommen. Obwohl abseits
von jeder Schule und Künstlergruppe stehend,
hat sein Talent neuerdings, vielleicht unter
dem Einfluß der allgemeinen Strömung unseres
Zeitalters nach künstlerischer Synthese, eine
bestimmte Häutung durchgemacht. Sie dürfte
nicht die letzte im Schaffen Somoffs bleiben.

KONSTANTIN SOMOFF

FARBIGER
BUCHUMSCHLAG

152


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