Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 153
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KONSTANTIN SOMOFF

FEUERWERK

KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN
DER DEUTSCHEN MALEREI

VON ETWA 1780 BIS ETWA 1840 (ODER VON CARSTENS BIS MENZEL)

Von Berthold Haendcke

II

Fragen wir uns jetzt, wie sich die Malerei zu
alledem stellte, so muß die Antwort lauten,
sie bildete einen Teil davon, gehörte allem
Müssen dieser Epoche an. Der Träger der Richtung
, in der vornehmlich die Neigung zur Antike
eine formale Wiedergabe fand, war J. As-
mus Carstens. Sein Leben als Künstler wurzelt
zunächst im Widerspruch gegen Inhalt und
Form der herrschenden künstlerischen Auffassung
. Daß dieser Widerstreit zu einem Teile
unberechtigt war, sei nur kurz angemerkt, denn
es darf zur Steuer der Wahrheit nicht verschwiegen
werden, daß die malerische Technik
mehr als eines deutschen Malers, nicht
nur Graffs, eine durchaus solide war, daß Carstens
niemals in seinem Leben die oft gar
nicht schlechte Kenntnis des Aktes von seiten
der Akademiker errungen, daß er zu keiner
Zeit tadelsfrei gezeichnet hat.

Carstens hatte sich mit Erinnerungsbildern
aus der antiken Plastik erfüllt, die er durch
eigene Aktstudien nicht berichtigt, aber mit
einer in Herz und Sinn gefühlsmäßig erfaßten
Kontur umrissen hat. Er hatte diese sich dadurch
erworben, daß er die lebende Natur
scharfsichtig betrachtete. Die Begründung, die

Die Kunst für Alle XXVIII.

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