Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 155
(PDF, 174 MB)
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KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN DER DEUTSCHEN MALEREI

den Werte seiner Gegenwart zu erfassen geeignet
war, erklärt sich jenes Staunen in Rom
über sein Werk. Er bringe den großen Stil
nach Rom, hieß es, anstatt diesen sich von
dort zu holen. In seinen Zeichnungen schlug
eben die bildende Kunst seiner Zeit ihre Augen
auf, deshalb waren sie großen Stiles voll. Und
es darf auch nur in eingeschränktem Maße gesagt
werden, daß seine Arbeiten Verstandeserklärungen
bedürfen. Wie innig der so jung
dahinsterbende Maler von seiner künstlerischen
Pflicht erfüllt war, beweisen die Worte, die er
1795 an den Minister von Heinitz schrieb:
„Mir sind meine Fähigkeiten von Gott anvertraut
, ich muß darüber ein gewissenhafter
Haushalter sein, damit, wenn es heißt:
tue Rechnung von deinem Haushalt, ich nicht
sagen darf, ich habe das Pfund, so du mir
anvertraut, in Berlin vergraben."

Kommt der „antike" Carstens hier nicht
auch dem so stark lebendigen religiösen Sinne
seiner Zeit nahe, ist er nicht im innersten
Herzen auch den „romantischen" religiösen Historienmalern
verbunden?

Die antikisierenden Meister neben Carstens
wie Schick, Wächter u. a. m. kommen in diesem
Zusammenhange nur insofern in Betracht, als
die immer starke Verbindung von Süddeutschland
zu Frankreich sich in ihrem Studiengange
bedeutsam zeigt.

Weit wichtiger als die antikisierenden Neigungen
sollten für die Folgezeit die fast gleichzeitig
auftretenden „romantischen" Ideen werden
. Im letzten Grunde wiederholt sich hier
nur der Streit wieder, der seit dem Absterben
des antiken Heidentums und dem Heraufkommen
des Christentums ununterbrochen
zwischen diesen beiden Weltanschauungen ge-

KONSTANTIN SOMOFF PORZELLANFIGUR

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