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I KULTURGESCHICHTLICHE GRUNDLAGEN DER DEUTSCHEN MALEREI >
Zu Neujahr 1819
rief Stein die „Gesellschaft
für ältere
deutsche Geschichtskunde
" ins
Leben; 1826 erschien
unter der
Leitung von Pertz
der erste Band der
„Monumenta Ger-
maniae historica";
Raumer schrieb
1824 seine Geschichte
der Hohenstaufen
und 1827
Stenzel die Geschichte
Deutschlandsunterden
fränkischen
Kaisern,
Ranke die der romanischen
und germanischen
Völker.
Genug, um die Beispiele
nicht zu häufen
, all überall trat,
die Anteilnahme
machtvoll an sich
reißend, die Geschichtsforschung auf den Platz
— allerdings zu einem Teile deshalb, weil
man hier sich ungestraft politisch aussprechen
konnte, nachdem die deutschen Fürsten, zum
größten Teile, die ihren Völkern in der Bedrängnis
gegebene Zusicherung für politische
Mitarbeit nicht gehalten hatten.
Der deutsche Sinn, den die Schrecknisse
und die glanzvollen Siege von 1806 —1814
KONSTANTIN SOMOFF
gewaltsam wach gerüttelt
hatten, feierte
auch sonst nicht
mehr. Thibaut verlangte
1814 schon
ein allgemein bürgerliches
Recht für
Deutschland und
Savigny verfaßte
(1815/31) sein großes
Werk über die
Geschichte des römischen
Rechts im
Mittelalter, das den
Zusammenhang
zwischen antikem
und modernem
Rechtdarlegte, während
Eichhorn seine
deutsche Staats- und
Rechtsgeschichte
(1808/18) schrieb.
Jacob Grimm legte
1816 den Grund
zur Germanistik
durch seine Abhandlung
„Poesie
im Recht"; seine deutsche Grammatik erwies
die Vornehmheit der germanischen Sprache
(seit 1819), Karl Lachmann behandelte (1816)
die ursprüngliche Gestalt „Von der Nibelungen-
Not", und Ludwig Uhland gab als Forscherdichter
„Walter von der Vogelweide" im Jahre
1822 dem deutschen Volke zurück. Alt-Germanien
erwachte überall und reckte seine
stolzen Glieder. (Fortsetzung folgt)
BUCHUMSCHLAGZEICHNUNG
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