Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 190
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

joakim skovgaard

abrahams opfer

Photographie Chr. E. Jürgensens, Viborg

zu erheben; zu diesen weißen Raben zählten neben
Ludwig Dill, dem wohlbekannten Dachau-
Karlsruher Meister, hauptsächlich der Maler
Franz Windhager, der sich in unermüdlichem,
bisweilen schwerfälligem Ernst um seine Probleme
bemüht und der Bildhauer Hans Müller,
der fein beseelte Knabenbüsten ausstellt. Sonst ist
nur noch Friedrich Ohmann zu nennen, der seine
architektonischen Arbeiten der letzten fünf Jahre
ausstellt; er ist ein vornehmer Künstler, der aus
dem österreichischen Barockstil, in den er sich intensiv
versenkt hat, eine modernen Bedürfnissen
dienende Sprache zu bilden versteht. — Aehnlich
unpersönlich und farblos ist die Ausstellung der
Vereinigung bildender Künstlerinnen Oesterreichs;
nur die Werke von Edith von Knaffl-Granström
und Luise Fraenkel-Hahn ragen über die artigen
Erzeugnisse der anderen Damen auffallend hervor.
Knaffl-Granström ist in dem Sinn die Modernere,

daß sie an jener Strömung unserer Kunst teilhat, die
nach stärkerem Inhalt, nach stärkerer Beseelung,
nach intensiverer Innerlichkeit verlangt; Fraenkel-
Hahn dagegen bewegt sich in einer mehr persönlichen
Bahn und versucht, Stilisierung in Form und
Farbe eigenartig verbindend, zu einer leuchtendkräftigen
und klarbestimmten Fassung einer Märchenwelt
zu gelangen, also zu jenem „Realismus des
Visionären", der ein Ziel aller großen Kunst heißen
kann.

Die retrospektiven Ausstellungen, denen die lebendige
Produktion das Uebergewicht so leicht macht,
stehen im Zeichen Alt-Wiens, das in dreifacher
Weise heraufbeschworen wird; Hasslwander und
Rahl, die das Künstlerhaus vorführt und Rudolf
Alt, dem die Secession ihr Haus für diesen Herbst
eingeräumt hat, sind ungemein verschiedengeartete
Künstler und mit einigem Staunen erfahren wir,
daß sie Jahrgangsgenossen von 1812 sind. Unter

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