Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 191
(PDF, 174 MB)
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I VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN — PERSONAL-NACHRICHTEN

den dreien vertritt Hasslwander am meisten den
Typus der Alt-Wiener Liebenswürdigkeit und Beengtheit
; bei aller Handwerksmäßigkeit nehmen seine
Bilder durch ihre Anspruchslosigkeit und Ehrlichkeit
gefangen. Anders Carl Rahl, der lang Bekämpfte,
dann stürmisch Vergötterte und bald wieder Vergessene
; er will nicht von der Beliebtheit einer
Periode leben, er fordert für seine Person alles
oder nichts. Zu einer ruhigen historischen Würdigungscheint
der Augenblick noch nicht gekommen
zu sein; sein mächtiges Temperament und sein gewaltiges
Können empfinden wir ohneweiters, aber
sie helfen uns über die vielen inneren Widersprüche,
über das Kompromißwesen von Stilkunst und Naturalismus
, über das Zwittrige seiner Stellung
zwischen zwei grundverschiedenen Richtungen nicht
hinweg. Leichter ist es, Rudolf Alt gerecht zu werden,
dessen außerordentliche Vitalität ihn das Wiederauftauchen
seiner eigenen Jugend aktiv und weiterwachsend
erleben ließ und der so seinen reifsten
Stil an seine eigenen Anfänge zwanglos und natürlich
anknüpfen konnte; einen offiziellen Alt der mittleren
Jahre einfassend, dessen kleinlichere Trockenheit
hinter den sprudelnden Jugendarbeiten und den
glorreichen Alterswerken mit Fug und Recht verschwindet
. h. t.

ZÜRICH. Haben Sie schon von der Pariser „Societe
des Humoristes frangais" gehört? Wir besitzen
in der Schweiz einige Dutzend mehr oder weniger

BILDHAUER OTTO LESSING
f 23. November 1912

OTTO LESSING f

durchschnittlicher
Maler und Graphiker
, die Besseres
und Schlagenderes
liefern, ohne deshalb
gleich damit —
und kollektiv gar,
mit über 300 Nummern
! — ins Ausland
zu wandern.
Von den Kapitalkerlen
des „Simpli-
cissimus" und der
„Jugend" ganz zu

schweigen! Ein
Abramowitz und
Chapuy, ein Gir, La-
boureur und Lau-
rant,... keine sechs
von mehr denn
neunzig Ausstellern
vermögen zu interessieren
, und weit

über ihre Produkte hinaus ragen diejenigen von zwei
Schweizern: die Bronzekarikaturen Hermann Bal-
dins und die skulptierten lustigen Affen und Affengruppen
des Marcel Sandoz. — Ein anderer, unabhängiger
, Welschschweizer Ernest Bieler, ist nach
längerer Zeit zum erstenmal wieder im Kunsthaus zu
sehen. Nach wie vor die Tendenz aufs Dekorative,
die minutiöse zeichnerische Art der Gestaltung
, die Flächenhaftigkeit, Klarheit
und ReinheitdesTones.Prächtige Köpfe,
einige kleine stimmungsvolle Landschaften
, eine große dekorative Komposition
„Das geheimnisvolle Wasser" und die
graziöse feine Darstellung der „Char-
meuses" vertreten am ansprechendsten
die originelle Art des Künstlers.

Dr. S. Markus

PERSONAL-NACHRICHTEN

OERLIN. Am 23. November verstarb
in Grunewald der bekannte Berliner
Bildhauer Professor Otto Lessing.
Am 24. Februar 1846 in Düsseldorf als
Sohn des Malers Karl Friedrich Lessing
geboren, besuchte Lessing die
Kunstschule in Karlsruhe, dann von
1865 bis 1868 die Berliner Akademie.
1872 eröffnete er in Berlin ein Atelier
für dekorative Bauarbeiten. Auch späterhin
bildete die dekorative Plastik und
Malerei das Hauptfeld seiner künstlerischen
Tätigkeit, so weisen viele Berliner
Bauten Arbeiten seiner Hand auf, wie
die Berliner Ruhmeshalle, das Berliner
Schloß und das Reichstagsgebäude, das
Museum für Völkerkunde usw. Auch
zahlreiche selbständige Figuren schuf
der Künstler. Schon 1890 führte er, bei
einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen
, das Denkmal des Dichters Les-
sing,der sein Urgroßonkel war, in Berlin
aus. Die Wertschätzung, deren Lessing
sich erfreute, fand auch in seiner Wahl in
die Berliner Akademie Ausdruck, der
er seit 1905 als Senator angehörte.

BOGENSCHÜTZE

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