Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 244
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ADOLF HENGELER

BILDNIS

erlebten nach dem Tode von Wilhelm Busch
dessen Auferstehung als Maler und wissen
auch von lebenden jüngeren Graphikern (Willi
Geiger z. B.), daß ihre heimlichste und heißeste
Liebe der Malerei gehört.

Dieses Umsatteln ging aber bei einem so
gewissenhaften Künstler wie Hengeler nicht
ganz einfach vor sich; denn daß er mit dem,
was er von seiner Akademiezeit her noch vom
Malen wußte, nichts werde anfangen können,
war ihm sofort klar. Hier hieß es: wieder
von vorne beginnen, als Lehrjunge sozusagen.
Und Hengeler fing an, ganz autodidaktisch,
wie diese selbständige Natur es immer am
liebsten gehalten hatte, und mit ungeheurem
Fleiß. Und so lernte er malen, von Grund
aus, wobei ihm die auf Braun basierende Maltechnik
Lenbachs sowie das Kolorit eines
Böcklin und Spitzweg, so ungefähr wenigstens,

die Richtung anzeigten, nach der ihn sein sehr
eigenwilliger und selbstherrlicher Instinkt als
Maler zog. Mit einem Worte: er wurde Kolorist,
nicht Impressionist. Und das hatte seinen
guten Grund auch in dem Stofflichen seiner
Bilder. (Man erlaube schon, daß ich hier von
Stoff und Inhalt im Zusammenhang mit Bildern
spreche. Ich weiß, daß das sehr unmodern
ist; aber im Falle Hengeler läßt es sich nicht
gut umgehen.)

Dieses Stoffliche hat, was viele vielleicht
verwundert haben mag, mit dem Inhalt seiner
Witzblattzeichnungen so gut wie nichts zu tun.
Eigentlich ist das ja selbstverständlich; denn
es wäre grotesk genug gewesen, wenn Hengeler
sich damit begnügt hätte, seine Zeichnungen
zu kolorieren. (Was ja auch zuzeiten vorkommt
.) Aber es berührt doch eigen, einen
so lustigen Künstler, der vor Vergnügen und

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