Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 27. Band.1913
Seite: 245
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ADOLF HENGELER

CHIEMSEELANDSCHAFT

Laune einen Purzelbaum nach dem andern
schlägt, in seinen Bildern so verändert wiederzufinden
. Nicht etwa übertrieben ernsthaft
oder gar tragisch, o nein. Der Schalk hat
auch auf den Bildern Hengelers allenthalben
Zutritt — in der Gestalt von drolligen und
ausgelassenen Putten z. B., die schon in den
Zeichnungen Hengelers ihr Wesen trieben und
somit so ziemlich das Einzige sind, was aus
der Erbschaft des Zeichners auf den Maler
übergegangen ist. Aber ein romantischer Geist,
der Hengeler als direkten Nachfahren eines
Schwind, Spitzweg und selbst eines Böcklin
legitimiert, tritt als ein neues Element auf
und hilft unsere Vorstellung von Hengeler
rasch und sehr wesentlich umgestalten. Wir
entdecken in diesem Verulker von Mensch
und Tier plötzlich einen Dichter, der mit verliebten
Pärlein in deutsche Landschaften hineinträumt
, mit Nymphen vertrauten Umgang pflegt,

mit Märchenprinzessinnen auf Du und Du steht
und auch zur Musik ein intimes Verhältnis hat.
Und wir erkennen zum tausendundeinten Male,
wie doch die Gegensätze im Menschen sich
immer wieder berühren, wie die Träne unmittelbar
neben dem Lächeln wohnt und der
Spötter in heimlichen Stunden gerne verhätschelt
, was er „offiziell" verlacht und dem
Gelächter der andern preisgibt. Auch das
sind Naturgesetze, deren Wirken sich niemand
entziehen kann und die wir an Hengeler, zum
Heile der Kunst, wieder einmal sich bewähren
sahen.

Hengeler wurde als Maler bald ebenso populär
wie er es früher als Zeichner gewesen
ist. Und er dankt dies nicht allein dem gefälligen
, anmutig-heiteren, die Phantasie angenehm
anregenden, aber nie vergewaltigenden
Inhalt, sondern vor allem auch den malerischen
Qualitäten seiner Bilder. (Der Kenner

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